Verkehrskonzept für die Hertingerstraße: Politik reagiert

dzHertinger Tor

Bevor der Bebauungsplan für die neue Grundschule und Kita am Hertinger Tor beschlossen wird, muss ein Verkehrskonzept stehen. Diese Forderung der Bürger greift ein Ratsmitglied jetzt auf.

Unna

, 06.11.2019, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die Anwohner im Bereich des Hertinger Tors war es das wichtigste Thema auf der Bürgerversammlung vor einer Woche: Wie wird der zunehmende Verkehr rund um die geplante neue Grundschule und Kita geregelt? Ein Verkehrskonzept will die Stadtverwaltung im Frühjahr vorstellen, bevor im Sommer der Rat dann den Bebauungsplan für den Bereich beschließen soll. Vielen Bürgern reichte das nicht.

Jetzt lesen

Sie forderten auf der Bürgerversammlung, dass die Ratsmitglieder einen Antrag stellen sollten, dass der Bebauungsplan erst dann beschlossen werden könne, wenn ein tragfähiges Verkehrskonzept vorliege. Genau das ist jetzt passiert: Ingrid Kroll, die als Ortsvorsteherin von Unna-Mitte die Bürgerversammlung leitete, hat bereits einen Tag nach der Versammlung genau diesen Antrag gestellt.

„Da gibt es keinen anderen Weg, als es in dieser Reihenfolge zu machen, da haben die Bürger völlig recht“, begründet die fraktionslose Ratsfrau ihren Antrag. Es sei während der Versammlung deutlich zu spüren gewesen, dass die Frage nach dem Verkehr und der Sicherheit der Kinder für die Anwohner das wichtigste Thema rund um die Bebauung am Hertinger Tor sei.

Verkehrskonzept auch für die Mühle Bremme

„Wir brauchen in Unna Verkehrskonzepte – und zwar bevor der eigentliche Bau von etwas beschlossen wird, das Auswirkungen auf den Verkehr haben wird. Das Hertinger Tor ist da nur ein Beispiel, auch bei der Mühle Bremme sehe ich das Problem, das uns da kein tragfähiges Verkehrskonzept bisher vorliegt“, sagt Kroll. Sie teile daher den Eindruck, den mehrere Bürger auf der Versammlung äußerten: „Hier wird der zweite Schritt vor dem ersten gemacht.“

„Da gibt es keinen anderen Weg, als es in dieser Reihenfolge zu machen, da haben die Bürger völlig recht.“
Ingrid Kroll, Ortsvorsteherin Unna-Mitte

Denn gegen den Bau einer Schule und einer Kita habe niemand der anwesenden Bürger Einwände gehabt, so Krolls Wahrnehmung. „Die Bürger fragen sich nur, wie das an dieser Stelle funktionieren kann, und darauf muss es Antworten geben, bevor ein Bebauungsplan durch den Rat beschlossen wird.“

Krolls Antrag wird nun an den zuständigen Fachausschuss weitergeleitet, der darüber diskutieren und abstimmen wird. Damit liegt es nun in der Hand der Politiker, ob die Forderung der Bürger nach einem tragfähigen Verkehrskonzept als Voraussetzung für den Bebauungsplan-Beschluss durchkommt. Bleibt die Frage, was „tragfähig“ in diesem Fall heißt – und ob ein nicht überzeugendes Verkehrskonzept den gesamten Bebauungsplan noch kippen könnte. Ein Szenario, das zumindest die Anwohner am Hertinger Tor nicht ausschließen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Autobahnbaustelle

Betonschere und Steinmeißel: So soll der Abriss der Autobahnbrücke am Afferder Weg ablaufen

Meistgelesen