Verkäuferin beschwert sich: Einige Kunden ignorieren Maskenpflicht im Einzelhandel

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Das Tragen einer Alltagsmaske gilt mittlerweile gemeinhin als Selbstverständlichkeit. Dennoch gibt es Menschen, die diese Auflage ignorieren. Für Verkäufer in Unnas Einzelhandel ist das kräftezehrend.

Unna

, 24.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Maskenpflicht hat sich im Alltag etabliert. Nahezu jeder Bürger hat mindestens eines dieser Exemplare zuhause, nahezu jeder trägt sie auch bereitwillig im Supermarkt, beim Friseur und in Bekleidungsgeschäften. Aber es gibt auch Ausnahmen, wie Antje Theiler, Verkäuferin bei Intersport Leiendecker, zu berichten weiß: Sie beklagt renitente Kunden, die sich auch nach mehrfacher Aufforderung Mund und Nase nicht bedecken wollen.

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Kunden werden mitunter persönlich

„Im Großen und Ganzen halten sich die Kunden daran, aber die hartnäckigen Einzelfälle sind anstrengend“, sagt sie. „Noch vor drei Minuten“ habe sich die Verkäuferin mit einem Kunden auseinandersetzen müssen, weil dieser sich partout keine Maske aufsetzen wollte. Er sei sogar persönlich geworden und habe der Verkäuferin erbost gewünscht, trotz Maske gesund zu bleiben.

Über Aussagen wie diese kann Theiler nur den Kopf schütteln: „Andere Menschen müssen die Masken über mehrere Stunden am Tag tragen, und Kunden wie dieser beschweren sich, weil sie für zehn Minuten Mund und Nase bedecken sollen.“ In weiteren Fällen sei es sogar schon vorgekommen, dass Theiler Kunden deshalb des Geschäftes verweisen musste.

Stadt empfiehlt, Kunden ohne Maske nicht zu bedienen

Auch bei der Stadtverwaltung kommt der Eindruck auf, manche Menschen seien der Auffassung, dass mit den jüngsten Lockerungen in der Coronaschutzverordnung auch die Maskenpflicht gefallen sei. Das ist natürlich nicht der Fall. „Wir empfehlen den Händlern immer noch großflächige Aushänge, die darauf hinweisen, dass ein Kunde ohne Maske nicht bedient wird“, erklärt Stadtsprecher Christoph Ueberfeld.

Mit Kontrollen in den Geschäftsräumen dagegen tut sich das Ordnungsamt der Stadt Unna schwer – anders als auf dem Wochenmarkt, wo die Behörde Bußgelder bis zu 100 Euro für Verstöße verhängt.

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„Bei Geschäften ist die Durchsetzung der Maskenpflicht eine Sache des Hausrechts, und das liegt beim Inhaber. Er wäre daher bei Verstößen haftbar“, erklärt Christoph Ueberfeld. Allerdings habe die Stadt durchaus Verständnis dafür, dass es den Händlern schwer fällt, dieses Hausrecht durchzusetzen. Und sie habe keinerlei Interesse daran, den krisengebeutelten Geschäftsleuten nun auch noch Bußgelder aufzuerlegen. „Auch deshalb gilt der Appell an alle, die Maskenpflicht wirklich ernst zu nehmen“, so Ueberfeld. „Es ist ein Miteinander. Nur so funktioniert‘s.“

Auf dieses Verständnis hofft auch Antje Theiler. Denn auf die Maßnahme, Kunden des Geschäfts zu verweisen zu müssen, möchte sie gerne verzichten.

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