Immer noch Verbot für Radfahrer: Höheres Geländer auf Eselsbrücke erst im Jahr 2020

dzBrücke am Südring

Die Eselsbrücke bleibt bis ins Jahr 2020 eine Lücke im Unnaer Radverkehrsnetz. Die Stadt Unna will erst nach dem Winter ein neues Geländer anbauen lassen. Das alte ist zu niedrig und damit gefährlich.

Unna

, 08.08.2019, 15:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die geschwungene Brücke über den Südring ist eine beliebte Verbindung von der Innenstadt in Richtung Bornekamp. Sie wird von zahleichen Fußgängern und Fahrradfahrern genutzt. Letztere müssen allerdings streng genommen schieben. Schilder an beiden Enden der Brücke weisen Radfahrer darauf hin, dass sie bitte absteigen: „Unfallgefahr!“

Jetzt lesen

Den Hintergrund hatte die Stadt Ende vergangenen Jahres erläutert. Das Brückengeländer ist nur 1,10 Meter hoch. Damit entspreche es Richtlinien, die vor Jahrzehnten galten. Diese wurden zwischenzeitlich angepasst, vor allem weil in Norddeutschland ein Fahrradfahrer ums Leben gekommen war. Er war über ein Brückengeländer in den Tod gestürzt. Daraufhin sei die Mindesthöhe für Geländer an solchen Anlagen auf 1,30 Meter angehoben worden. Die Schutzanlage auf der Südring-Brücke ist also 20 Zentimeter zu niedrig.

Sorge vor Rost: Bau nicht vor dem Winter

Die Verantwortlichen im Rathaus hatten den Umbau der Brücke schon einmal für das Jahr 2018 angekündigt. Nun soll er voraussichtlich erst im Frühjahr 2020 beginnen, sagte Verwaltungssprecher Oliver Böer. „Wir sind in der Endabstimmung.“ Das Bauprojekt könne bald ausgeschrieben werden. Es soll aber nicht vor dem Winter in Angriff genommen werden. Das habe mit dem Korrosionsschutz zu tun, so Böer. Offenbar hat man Sorge, dass feuchtere Witterung zu Rostproblemen während der Baumaßnahme führen würde.

Zum Bauprojekt Eselsbrücke gehört nicht nur das Geländer. Auch die Widerlager des Brückenbauwerks sollen saniert werden. Außerdem will man die Treppe von der Ost- auf die Westseite verlegen, weil sie sich dann besser in die Böschung integrieren lasse. Die Baukosten wurden einmal mit 400.000 Euro kalkuliert. Die Stadt rechnet mit einer vergleichsweise hohen Förderung in Höhe von 75 Prozent.

Sperrung trotz Landesradweg

Die Eselsbrücke ist für Fahrradfahrer offiziell nicht nutzbar. Dieser Umstand ist besonders bitter, da sie Teil des Landesradwegenetzes ist. Erkennbar ist das an dem roten Wegweiserpfeil mit Fahrradpiktogramm, jeweils direkt unterhalb der „Bitte-Absteigen“-Schilder. Das Projekt Eselsbrücke ist Teil eines umfangreicheren Planungsprojekts zur Stärkung des Fahrradverkehrs unter dem Namen „Radring“. Dazu gehören insgesamt 21 unterschiedlich aufwendige Maßnahmen. Darunter sind die geplante Umgestaltung des Platzes am Morgentor, die Verbreiterung von Wegen, aber auch einfachere Dinge wie das Entfernen von Pollern oder Zurückschneiden von Büschen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Einzelhandel

Sinn will Handelsfläche der P&C-Filiale vergrößern und sucht jetzt Personal für Verkauf

Hellweger Anzeiger Fridays for Future

Mit vielen Fotos und Video: 1100 Schüler und Erwachsene protestieren in Unna für das Klima

Meistgelesen