Beim Menü-Karussel im Xclusive Kitchen in Unna werden altbekannte Zutaten modern interpretiert. © Hornung
Menue Karussell

Veggie-Roulade und Prosecco Gelee: So schmeckt das Menue im Xclusive Kitchen

Das Menue Karussell dreht sich und auch ein Restaurant in Unna macht mit. Wer gerne Neues ausprobiert, sollte auf jeden Fall einsteigen.

„Die Entdeckung eines neuen Gerichtes macht die Menschheit glücklicher als die Entdeckung eines neuen Sterns.“ Diese Feststellung des französischen Schriftstellers Jean Anthelme Brillat-Savarin (1755 bis 1826) hat sich das Team von Xclusive Kitchen auf die Fahne geschrieben. Ob der gute Mann damals den Hauch einer Ahnung hatte, was 2021 beim Menue Karussell auf den Teller kommt? Wohl kaum. Fest steht: Wer neue Gerichte kennenlernen möchte, sollte eine Runde drehen. Auch bei Xclusive Kitchen wird es experimentierfreudig. Das Lokal in bester Lage ist das einzige in Unna, das mit dabei ist.

Seit 2017 gibt es das Restaurant, das mit „Das Hoesch“ in Dortmund inzwischen einen zweiten Standort hat. Xclusive Kitchen liegt an der Massener Straße in unmittelbarer Nähe zu Kinorama, Lichtkunstzentrum und Lindenbrauerei. Parkmöglichkeiten gibt es im Parkhaus an der Massener Straße, hinter dem Kinorama und am Westfriedhof. Außerdem sind es nur ein paar Meter bis zur nächsten Bushaltestelle und der Bahnhof ist fußläufig in weniger als 15 Minuten erreichbar.

Das Team von Xclusive Kitchen in Unna: Die Köche Alexander Perls, Maciej Murawski und Regionalleiterin Alexandra Gross. © Oliver Nauditt © Oliver Nauditt

Wer beim Menue Karussell mitessen möchte, reserviert am besten telefonisch beim Restaurant. Die Anfrage über das Online-Formular auf www.menue-karussell.de lief bei mir ins Leere. Dafür wurde ich am Telefon gut beraten, um einen geeigneten Platz zu finden. Das Restaurant erstreckt sich über zwei Etagen. Es gibt Hochtische zur Fensterfront hin, normale Tische auf der Fläche und gemütlichere Ecken mit Bänken. Insgesamt setzt Xclusive Kitchen auf ein modernes Ambiente mit klassischen Elementen. Die Wände sind weiß, die Tischdeko modern aber schlicht. Hier lenkt nicht allzu viel von dem ab, was auf den Teller kommt.

Zur Auswahl stehen zwei Menues, die sich im Hauptgang unterscheiden. Einmal ist Fleisch mit im Spiel. Das zweite Menue ist vegetarisch. Meine Begleitung und ich haben die vegetarische Variante gewählt.

Die Vorspeise – Käseröllchen mal anders

Der erste Gang besteht aus Zutaten, die jeder kennt: Rote Beete, Ziegenkäse, Beeren, Kirschtomaten, Walnüsse. Könnte einen Salat ergeben? Tut es aber nicht. Auf dem Teller bilden die Zutaten eine neue Einheit. Und zwar Rote-Beete-Röllchen mit Ziegenkäse-Füllung. Dazu ein wenig Wildkräuter und eine spiralförmig drapierte Gurke. Fast zu schön zum essen.

Die Vorspeise: Rote Beete gefüllt mit Ziegenkäse, Wildkräuter, Früchte, Walnuss, Himbeerpuder. © Hornung © Hornung

In Kombination mit Rote Beete hat der Ziegenkäse geschmacklich nichts Strenges mehr an sich. Und zusammen mit den anderen Zutaten ist die frisch schmeckende Vorspeise wirklich gelungen. Ein Käseröllchen weniger, stattdessen etwas mehr von den tollen Dingen drumherum – und mir persönlich hätte es noch ein wenig besser geschmeckt.

Die Suppe – lecker, aber mächtig

Zugegeben, ich mag es ganz gerne deftig. Und ich mag einfache, schnörkellose Gerichte mindestens genauso, wie wilde kulinarische Experimente. Genau deshalb hat mir die Blumenkohlsuppe so gut gefallen. Ok: Blumenkohl-Vanille-Crème-Suppe mit gebratenen Mandeln.

Die Suppe: Blumenkohl-Vanille-Crème-Suppe, gebratene Mandel, Sakura. © Hornung © Hornung

Aber ohne es zu wissen, hätte ich keine Vanille geschmeckt. Die Suppe war rund und einfach lecker – kam allerdings in einer recht großen Portion auf den Tisch. So musste ich mich ein wenig zügeln, um noch Platz für Gang drei zu lassen.

Das Hauptgericht – vegetarische Roulade

Vegetarisches Essen im Restaurant? Früher gab‘s da schon mal Bratkartoffeln ohne Schnitzel, dafür mit Speck. Weil letzterer ist doch kein Fleisch, sondern für den Geschmack… Heute hat selbst jedes Steakrestaurant ernsthafte fleischlose Alternativen im Angebot. Für mich muss Fleisch nicht kopiert werden, darf es aber. Auf die Wirsingroulade mit Waldpilzen und Buchweizen war ich gespannt.

Das vegetarische Hauptgericht: Wirsingroulade mit Waldpilzen und Buchweizen, Rotkohl-Püree, Chips. © Hornung © Hornung

Dass hier kein Fleischimitat, sondern eine Neuinterpretation der Roulade auf den Teller kommt, war mir klar. Dazu gab‘s Rotkohl Püree. Noch nie gegessen. Aber es war gut. Das Highlight am Hauptgang waren für mich die toll zubereiteten Pilze und die Optik. Der Wirsing hätte nach meinem Geschmack ein wenig mehr gegart sein können.

Der Nachtisch – sauer und lustig

Zitronensorbet, Prosecco Gelee, Schokoladenerde: was für eine Kombination. Wenn ich einen Nachtisch wählen kann, dann entscheide ich mich eigentlich immer für Mousse au Chocolat oder etwas anderes sahnig Schokoladiges. Zum Glück wurde mir die fruchtig-herbe Variante diesmal aufgedrängt. Das Sorbet war schon ziemlich sauer, aber in seiner Leichtigkeit genau das Richtige nach vier Gängen. Ein luftiger und lustiger Abschluss.

Getränke, Preis und Fazit

Getränke gab es selbstverständlich auch. Eine Flasche Wasser geht aufs Haus. Weine, ein Roter, ein Weißer und das Hausbier sind im Preis inbegriffen. Ich bin beim Weißwein geblieben, der gut zum gesamten Menü gepasst hat.

Mit 50 Euro pro Person war die vegetarische Variante fairerweise ein wenig günstiger als das Fleisch-Menü. Wer Fleisch isst, bekommt als Hauptgericht übrigens ein Iberico-Schweinefilet mit jungen Bohnen, Minz-Püree, Speck-Bohnen-Sellerie Salat, Pflaumensauce und Kartoffel.

Mein Fazit: Genau das gleiche Menü würde ich kein zweites Mal bestellen, denn jetzt kenne ich die neuen Gerichte ja schon. Vor Ort habe ich allerdings einen Blick in die Speisekarte geworfen. Für weitere Neuentdeckungen werde ich bestimmt bald wieder Gast bei Xclusive Kitchen sein.

MENUE KARUSSELL

  • Bei der Aktion Menue Karussell bieten verschiedene Restaurants in Dortmund und Umgebung verschiedene Menüs an. Alle Menüs gibt es zu einem Festpreis, darin enthalten sind die begleitenden Weine oder Bier und Mineralwasser, nicht enthalten sind Aperitif, Digestif, warme und kalte Getränke.
  • Insgesamt laden 27 Küchenchefs zu Vier-Gang-Menüs in Castrop-Rauxel, Dortmund, Iserlohn, Unna, Waltrop, Werl und Wickede-Ruhr ein.
  • Wir haben uns bewusst einige Restaurants herausgesucht, die sonst nicht so in der Öffentlichkeit sind. Wir haben die Menüs getestet als ganz normale, zahlende Gäste.
Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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Dagmar Hornung

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