Gute Nachrichten in Krisenzeiten: VDM-Verkauf sichert Arbeitsplätze in Königsborn

dzWirtschaft

Die Firma VDM hat den Besitzer gewechselt. Ein spanischer Stahlkonzern hat den Metallspezialisten gekauft, auch das Werk in Königsborn. In der jetzigen Krisenzeit bedeutet das vor allem eines: Sicherheit.

Königsborn

, 20.03.2020, 14:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Verkauf der VDM Metals Gruppe an die Acerinox SA ist abgeschlossen. Damit hat der Metallspezialist, der seit Jahrzehnten auch in Unna Hunderte Mitarbeiter beschäftigt, erneut den Besitzer gewechselt. Was bedeutet das für den Standort und die Mitarbeiter? Vor allem Sicherheit.

LGV verkauft nach fünf Jahren

VDM, führender Hersteller von Hochleistungswerkstoffen, hat in seiner Geschichte schon mehrfach den Besitzer gewechselt. 2015 hatte der Finanzinvestor LGV VDM gekauft mit der Perspektive, die Beteiligung nur für ein paar Jahre zu halten. So ist es nun auch gekommen. Nachdem 2018 ein Verkauf an die Luxemburger Firma Aperam geplatzt war, war Ende 2019 bekannt geworden, dass der spanische Acerinox-Konzern VDM übernimmt.

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Betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen

Nun sind auch die Bedingungen geklärt, wie der Betriebsrat mitteilt. Es wurde eine Standort- und Beschäftigungssicherung abgeschlossen, die bis Ende 2023 gilt. Dann könnte sie nur mit einem Jahr Frist gekündigt werden. Betriebsbedingte Kündigungen ohne Zustimmung der IG Metall sind in dieser Zeit ausgeschlossen. Der VDM-Betriebsrat spricht in einem an die Belegschaft gerichteten Resümee von einer „guten und vertrauensvollen Basis“ mit dem neuen Gesellschafter, „die es uns ermöglicht, in eine sichere, erfolgreiche und lange Zukunft zu blicken“.

Investitionen in die Werke

Zur Vereinbarung gehört der Erhalt aller Tarifverträge und das Festhalten an zugesagter betrieblicher Altersversorgung sowie der Verbleib in den Arbeitgeberverbänden. Mitbestimmungsstrukturen bleiben erhalten. Für 2020 zugesagte Investitionen in die Werke werden durchgeführt und sollen „für den höchsten Effizienz- und Technologiestandard der VDM-Metals-Werke sorgen“. Das Forschungs- und Entwicklungsbudget soll aufgestockt werden, Ausbildungskapazitäten werden nicht reduziert. Konsequente Inhouse-Strategie: Die Durchführung von Aufgaben soll Vorrang vor der Auslagerung haben.

VDM und Acerinox

Der Deal in Zahlen

  • Acerinox hat 310 Millionen Euro für 100 Prozent der VDM-Anteile gezahlt.
  • VDM hat rund 2000 Mitarbeiter an sieben Produktionsstätten in Deutschland und den USA, darunter 450 in Königsborn. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2018/19 lag bei 852 Millionen Euro.
  • Acerinox hat weltweit rund 7000 Mitarbeiter und nach eigenen Angaben mehr als 12.000 Kunden in über 80 Ländern. Hauptsitz ist Madrid.

Signal: Sicherheit in Krisenzeiten

„Wir sind als Arbeitnehmervertreter sehr zufrieden“, kommentierte der Vorsitzende des VDM-Betriebsrats, Gerd Bendiks, im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Betriebsrat hatte gemeinsam mit der IG Metall die Verträge mit Acerinox ausgehandelt. Trotz der Corona-Krise läuft bei VDM die Produktion bisher noch normal. Doch in diesen Zeiten ist für die Menschen vieles unsicher. Dass im Zuge der Übernahme niemand bei VDM um seinen Arbeitsplatz bangen muss, wird daher als wichtiges Signal aufgefasst.

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