So macht das Urteil zur Viktoriastraße die Stadt Unna fahrradfreundlicher

dzVerkehr

Das juristische Gezerre um die Viktoriastraße ruft bei manchen Neid hervor, bei anderen Kopfschütteln. Etwas Gutes steckt aber auf jeden Fall darin: Das Urteil macht die Stadt Unna fahrradfreundlicher.

Unna

, 14.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weiterhin werden Juristen sich mit dem Zustand der Viktoriastraße beschäftigen. Der Anwohner, der in diesem Jahr Recht bekam, verklagt die Stadt erneut. Eines hat er aber schon erreicht: Indirekt passiert nun etwas in Sachen Fahrradfreundlichkeit, und das früher als erwartet.

Viel Radverkehr auf der Viktoriastraße

In den Jahren 2021 und 2022 soll die Viktoriastraße von Grund auf erneuert werden, und damit früher als zunächst vorgesehen. Rund 1,4 Millionen Euro plant die Stadt in das Projekt zu stecken, Anliegerbeiträge inklusive. Im Zuge des Neubaus soll nicht nur die Fahrbahn erneuert werden, damit Schwerverkehr nicht mehr problematische Erschütterungen erzeugt. Geplant ist auch, den Fahrradverkehr komfortabler und sicherer zu führen, wie Volker Kahlert vom Tiefbauamt der Stadt Unna im Gespräch mit unserer Redaktion bestätigte. „Wir haben dort ein relativ hohes Radverkehrsaufkommen.“ Mit rund 10.000 Fahrzeugen am Tag ist das Verkehrsaufkommen auf der Fahrbahn auch recht hoch, und so besteht Handlungsbedarf.

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„Das ist eine wichtige Verbindung zur Uelzener Heide“, sagt Helmut Papenberg vom ADFC Unna. Auch als Schulweg sei die Viktoriastraße von Bedeutung. Der Bau eines Radwegs an dieser Strecke sei deswegen ein seit Langem erwarteter Lückenschluss. „Wir begrüßen das sehr“, sagt Papenberg.

Zwei Fahrradwege enden im Nichts

Die Viktoriastraße ist bis etwa 150 Meter hinter dem kleinen Kreisverkehr ausgebaut. Rote Fahrradwege auf beiden Seiten enden in Stummeln. Radfahrer müssen ab dieser Stelle auf die Straße – oder in Richtung Westen auf der Straße fahren und erst dann auf dem Radweg. Zumindest auf der Nordseite werde ein Geh- und Radweg geplant, sagt Kahlert.

So macht das Urteil zur Viktoriastraße die Stadt Unna fahrradfreundlicher

An der Nordseite der Viktoriastraße stehen die Chancen für den Weiterbau des Geh- und Radwegs besser als an der Südseite. © Udo Hennes

Probleme: Wenig Platz und parkende Autos

Was auf der Südseite möglich ist, sei noch offen. Dort hängt die Radwegplanung noch davon ab, ob die Stadt ausreichend Fläche bekommt. Der bisherige Bürgersteig dort ist recht schmal. „Wir haben noch nicht auf alle Frage Antworten.“ Das Jahr 2020 solle für die Detailplanung verwendet werden. Dabei wird wohl auch der „ruhende Verkehr“ eine Rolle spielen müssen: Bisher parken an der Nordseite der Straße in der Regel viele Autos.

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