Uralt-Foto der Stadtkirche Unna zeigt vier „Eckpyramiden“ und noch altes Schieferdach

dzProjekt Kirchturm

Die Evangelische Stadtkirche ist seit Jahrhunderten baulich ein Sorgenkind. Der Turm ist das aktuelle Großprojekt. Ein historisches Bild zeigt: Das ist er nicht zum ersten Mal.

Unna

, 20.11.2018, 17:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wolfgang Frenser, Presbyter und Kirchenführer, ist jetzt beim Stöbern in seinem privaten Archiv historisches Material in die Hände gefallen. Ein hochformatiges Foto erscheint auf den flüchtigen Blick wie eine Schwarz-Weiß-Aufnahme des Kirchturms von heute. Der Turm ist eingerüstet. Wer allerdings genauer hinschaut, erkennt schnell, dass das Bild nicht den Turm von heute zeigt. Die Steinsäule, die Sturm Friederike im Januar von ihrem Sockel geschoben hatte, ist noch vorhanden. Auch das Dach darüber kann nicht das aktuelle sein. Das Bild zeigt noch das alte Dach aus Schiefer, sagt Frenser. Das Kupferdach, das den Verantwortlichen heute schon wieder große Sorgen bereitet, stammt aus den späten 1950er-Jahren. Der Kirchturm als Unnas höchster Punkt wirkte vorher schiefergrau.

Informationen von Willy Timm

Das Foto stammt aus dem Jahr 1927. Angefertigt hat es das „Photo-Atelier Hermann Kluge“, wie ein Stempel auf der Rückseite beweist. Eingerüstet war der Kirchturm seinerzeit aus einem ähnlichen Grund wie heute.

Spendenkonten

Mehr Turmretter gesucht

Uralt-Foto der Stadtkirche Unna zeigt vier „Eckpyramiden“ und noch altes Schieferdach

© Raulf, Thomas

Der Evangelische Kirchenkreis Unna hat zwei Spendenkonten eingerichtet, auf die „Turmretter“ mit dem Verwendungszweck „Stadtkirche“ Spenden einzahlen können. Auf Wunsch bekommen sie Spendenquittungen. Sparkasse Unna: IBAN DE27 4435 0060 1000 4233 82 Volksbank Unna: IBAN DE73 4416 0014 6459 8902 01 Es gibt eine Internetseite des Kirchenkreises mit einem Online-Spendenformular, zu finden über diesen Link.

Das ist nachzulesen in einem kleinen Heft, das Stadtchronist Willy Timm 1950 veröffentlicht hat: „Die Stadtkirche zu Unna“. Timm berichtet von den zahlreichen Schäden, die im Lauf der Jahrhunderte an der Stadtkirche behoben werden mussten. 1927 seien die äußeren, stark verwitterten Steine des oberen Turmmassivs durch neue ersetzt worden. Und an eben dieser Stelle muss nun wieder gearbeitet werden: Die aktuelle Einrüstung dient dem Zweck, das Herabfallen loser Steinstücke zu verhindern und die Sanierung der Fassade zu ermöglichen.

Gerüst damals wie heute bis zur Balustrade

Das Gerüst wird nun ähnlich dem von 1927 bis zur Balustrade hochgezogen. Es hat dann eine Höhe von 45 Metern. Zusätzlich werden die drei verbliebenen Fialen eingehüllt, auch die steinernen Wasserspeier, damit sie Wind und Wetter nicht mehr ungeschützt ausgesetzt sind. Übrigens liefert Timms Büchlein von 1950 einen weiteren Beweis, wie alt diese steinernen Ornamente am Kirchturm sind. 1860 zerstörte ein Feuer nach einem Blitzschlag das Turmdach. Als es wieder aufgebaut war, wurde zur „Bekrönung“ die Galerie mit den vier Eckpyramiden und den Wasserspeiern aufgesetzt. Diese Arbeiten wurden 1863 abgeschlossen. Möglich übrigens war diese Turmsanierung dank der „Opferwilligkeit“ der Bürger. Diese ist auch heute wieder gefragt.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Bürgerabend am 30. Oktober

Stadt zeigt Pläne für Schule, Kindergarten und Wohnungen am Hertinger Tor

Hellweger Anzeiger Tag der offenen Tür

Im Heilig-Geist-Hospiz legt Unna die Berührungsängste vor dem Tabuthema Sterben ab

Meistgelesen