Unterm Strich verliert Unna weiterhin an Bäumen

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Herbstlicher Dauerregen ist ein herrliches Wetter, um Bäume zu pflanzen. Zum Jahresende lässt die Stadt daher zum Spaten greifen. Doch gegen den anhaltenden Baumschwund kommt sie nicht an.

Unna

, 21.12.2018, 16:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Geht doch“, mag sich der Passant denken, dem die Neuanpflanzung an der Wasserstraße ins Auge fällt. Sie füllt ein Beet, aus dem in diesem Jahr eine regelrechte Posse gesprossen ist. Sturm Friederike hatte dort im Januar einen Baum abgebrochen. Danach ließ die Stadt die Baumscheibe über Wochen hinweg mit Warnbaken „verschönern“, bis die Jahreszeit erst einmal zu weit vorangeschritten war für eine Neuanpflanzung und die Bündnisgrünen als Ausdruck ihres Protests ein paar Sonnenblumen dort einpflanzten.

Unterm Strich verliert Unna weiterhin an Bäumen

Blumen statt Baken: So protestierten die Grünen für eine rasche Nachbepflanzung unbesetzter Baumscheiben. © Marcel Drawe

Dass diese Baumscheibe schließlich Bestandteil des jährlichen Pflanzprogramms geworden ist, das nun zum Winterbeginn umgesetzt wird, muss von daher nicht überraschen. Es ist aber nicht der einzige Ort in Unna, an dem die Stadt dieser Tage einen neuen Baum pflanzen lässt. Es gibt noch elf weitere, an denen verwaiste Baumscheiben neu bepflanzt werden. Der Schwerpunkt der diesjährigen Pflanzaktion liege in der Innenstadt. Im dicht bebauten Raum seien Bäume besonders wichtig, erklärt Volker Kahlert vom Tiefbauamt die Auswahl.

40.000 Euro reichen in diesem Jahr für zwölf neue Bäume

Für die Pflanzung dieser zwölf Bäume wird die Stadt etwa 40.000 Euro ausgeben. Der Betrag entspricht einem Budget, das der Rat der Stadt vor zwei Jahren für regelmäßige Pflanzungen von Straßenbäumen festgesetzt hat. „Der Baum an sich kostet um 150 Euro, je nach Sorte“, so Kahlert. Aber vor einer Neuanpflanzung müssten oft erst alte Wurzelballen beseitigt, die Wegeoberfläche im Umfeld der Baumscheiben repariert und natürlich frische Erde eingefüllt werden. Danach muss der Baum von einem Fachbetrieb gepflanzt und befestigt werden. So wird eine Neuanpflanzung dann doch deutlich teurer.

Sturm und Krankheit haben in diesem Jahr 44 Straßenbäume gefällt

Folge ist, dass Unna trotz des ausgewiesenen Budgets doch an Bäumen verliert. Denn den zwölf Neuanpflanzungen in diesen Tagen steht der Verlust von 44 Straßenbäumen gegenüber. 36 von ihnen sind im Sturm gefallen, acht wurden wegen Krankheit kontrolliert gefällt. Ohne Friederike läge Unna also leicht im Plus. Mit Friederike steht unterm Strich ein Minus von 32 Bäumen - allein an den Straßen der Stadt. Doch auch ein leicht positiver Saldo würde die Lücken in den Baumreihen an den Straßen noch lange nicht schließen. Nach Auskünften der Stadtbetriebe sollen an den Straßen und Plätzen in Unna bereits über hundert Baumscheiben unbesetzt sein.

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