Für Künstlerin Gisela Lücke, hier 2019 mit Gastkünstler Eckart Wendler, ist der „Tag der offenen Töpferei“ ein wichtiger Termin für die Präsentation ihrer Werke. Wird sie in diesem Frühjahr Besuch empfangen können? © Archiv
Kunst

Unter Corona-Vorbehalt: Künstlerin plant Ausstellung für Mitte März

Künstler leben davon, dass Menschen ihre Werke erleben. Und Corona? Eine Unnaer Künstlerin plant für März die Teilnahme an einer bundesweiten Ausstellungsaktion. Sie plant sehr vorsichtig.

Werden 2021 „echte“ Kunstausstellungen möglich sein? Wenn ja, wie? Kunstschaffende hängen bisher noch in der Luft. Eine Unnaer Künstlerin will an einem für sie sehr wichtigen Termin nun festhalten – vorerst.

2020 kam nur ein Bruchteil – nicht schlimm

Rückblick: Am „Tag der offenen Töpferei“ im März 2020 hatte Gisela Lücke 42 Besucher. In früheren Jahren schaute meist ein Vielfaches an Kunstinteressierten in Lückes Atelier in Unna-Massen vorbei. Mitunter waren es über 400 Menschen. Im Frühjahr 2020 hatte gerade das Coronavirus begonnen, den Alltag der Menschen erheblich einzuschränken. „Ich war dann eigentlich sogar ganz froh, dass nur 42 Leute gekommen sind“, erinnert sich Lücke. Sie und ihre Gäste hätten sich vor einem Jahr in einem eher familiären Rahmen treffen können, mit Zeit für Gespräche.

Planung für Mitte März

Deutlich weniger Besucher sind also gar nicht so schlecht. Aber was ist, wenn gar keiner kommt? Sonst übliche Workshops habe sie im Januar und Februar dieses Jahres schon nicht durchführen dürfen, sagt Gisela Lücke. Nun naht wieder der große Ausstellungstag. Der „Tag der offenen Töpferei“ ist geplant für das Wochenende Mitte des kommenden Monats. „Schauen, Anfassen, Staunen“ lautet das Motto am 13. und 14. März. Der Töpferei-Tag soll die Faszination des vermeintlich unscheinbaren Werkstoffs Ton vermitteln – mit Führungen durch den Skulpturengarten und Vorführungen der Handwerkskunst.

Aber was wird die Corona-Lage in zwei Wochen überhaupt ermöglichen? Sind dann wieder Veranstaltungen erlaubt, bei denen Menschen zusammenkommen? Gisela Lücke erkundigte sich bei ihrer Keramikerinnung Nordrhein und erfuhr, sie möge die Aktion nun ankündigen. Wenn es nötig wird, muss sie sie dann kurzfristig absagen. Dass sie auch vieles in ihrem großen Garten zeigen kann, stimmt sie zuverlässig. Lückes Atelier hat die Adresse Auf der Bleiche 15 in Massen. Weitere Informationen gibt es im Internet: www.gisela-luecke-keramik.de

Erst einmal planen, nicht direkt absagen: Der Hintergrund ist ein Gedanke, der viele Kunst- und Kulturschaffende umtreibt. Sie wollen trotz allem präsent sein in der öffentlichen Wahrnehmung. Ähnlich geht die Initiative „Kunstort Unna“ vor. Das Künstlerbündnis zeigt sonst gebündelt an einem Wochenende im September im ganzen Raum Unna, was die Teilnehmer geschaffen haben. Ob und wie dies 2021 möglich wird, ist noch ungewiss. Dennoch hatte „Kunstort Unna“ kürzlich über die Jahresplanung berichtet und auch einen digitalen Katalog der Teilnehmer veröffentlicht.

Über den Autor
Redaktion Unna
Jahrgang 1979, stammt aus dem Grenzgebiet Ruhr-Sauerland-Börde. Verheiratet und vierfacher Vater. Mag am Lokaljournalismus die Vielfalt der Themen und Begegnung mit Menschen. Liest immer noch gerne Zeitung auf Papier.
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Thomas Raulf
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