Am Massener Hellweg auf der Ecke zur Kleistraße hat sich ein Lkw festgefahren. Ein örtlicher Landwirt hilft mit dem Traktor. Szenen wie diese ereigneten sich am Montag vielerorts. Oft halfen sich auch Autofahrer gegenseitig aus misslichen Lagen. © Privat
Wintereinbruch in Unna

Unnas Winterdienst macht nur kurze Pausen in der Nacht

Schnee und Eis sind nicht nur für die Autofahrer eine große Herausforderung, sondern auch für den Winterdienst. Die Stadtbetriebe Unna sind im Dauereinsatz – aber nicht überall.

Ein Sattelzug steht mitten auf der Kreuzung. Wo sich Massener Hellweg, Kleistraße, Hansastraße und Bismarckstraße treffen, geht nichts mehr – das schwere Fahrzeug steckt im Schnee fest.

Situationen wie diese am Montagabend gibt es in diesen Tagen häufiger. Einer unserer Leser hinterfragt nun, ob der Räumdienst der Stadtbetriebe Unna überhaupt ausreichend ausgestattet ist: „Obwohl der Schneefall bereits am Nachmittag nachgelassen hat, musste ein Lkw am Abend freigezogen werden.“

Polizei dankt Landwirten

Die Kreispolizeibehörde nahm genau diese Situation aus Unna-Massen zum Anlass, im sozialen Netzwerk Twitter auch den Landwirten zu danken, die immer wieder helfen würden, wenn irgendwo Autos feststeckten.

Stadtsprecher Christoph Ueberfeld kann erklären, warum längst nicht alle Straßen bis Montagabend frei waren: „Wir haben erst mit dem Streuen angefangen, als der Schneefall am Montag aufhörte. Vorher machte das schlicht keinen Sinn.“ Der Winterdienst sei dann am Montag bis Mitternacht unterwegs gewesen und am Dienstag bereits um 3 Uhr wieder zu Einsätzen gefahren.

Mehr Streufahrzeuge als üblich im Einsatz

Eine wirkliche Pause gab es für die Mitarbeiter der Stadtbetriebe also nicht. Die Zahl der eingesetzten Fahrzeuge wurde von den üblichen sechs auf acht hochgesetzt – auch das sollte schnell für freie Straßen sorgen.

Dass das nicht überall sofort gelang, ist für Ueberfeld nachvollziehbar: „Wir streuen jetzt immer noch die Stellen der Dringlichkeitsstufe 1. Dazu gehören etwa gefährliche Steigungen und Kurven, aber auch Zufahrten zu den Krankenhäusern“, berichtete der Stadtsprecher am Dienstagmorgen. Am Dienstagnachmittag erklärte Ueberfeld, inzwischen seien die Steigungen im Griff. Gestreut wurde da schon auf Straßen der Kategorie 2. Der Winterdienst sollte bis 1 Uhr weiterarbeiten und dann am Mittwoch erneut um 3 Uhr beginnen.

Wigant: „Bleiben Sie möglichst zu Hause!“

Unnas Bürgermeister Dirk Wigant bat die Bürgerinnen und Bürger um besondere Rücksicht: „Wenn es irgendwie geht, bleiben Sie bitte weitgehend zu Hause. Rettungsdienste und Räumfahrzeuge haben es unter diesen Umständen schon schwer genug. Unnötiger Verkehr auf den Straßen unserer Stadt behindert die notwendigen Arbeiten zusätzlich.“

Salzvorräte reichen aus

Sorgen um die Salzreserven muss sich dabei in Unna übrigens niemand machen. Das Lager ist laut Ueberfeld weiter gut gefüllt, sodass die Arbeit der Stadtbetriebe diesbezüglich nicht eingeschränkt ist. Sämtliche Fahrzeuge sind im Dauereinsatz – und die Tatsache, dass keine weiteren großen Schneefälle angekündigt sind, dürfte die Situation auf den Straßen in Unna weiter entspannen.

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Redaktion Unna

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