Unnas VHS bringt Menschen seit 100 Jahren die Demokratie nahe

dzBuchvorstellung

Die Geschichte der Volkshochschulen ist abwechslungsreich – Unna macht da keine Ausnahme. Klaus Basner hat die Geschichte der VHS in einem äußerst informativen Buch zusammengefasst.

Unna

, 13.11.2019, 15:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wo liegen eigentlich die Anfänge der Volkshochschule Unna-Fröndenberg Holzwickede? Dieser Frage ist Klaus Basner auf den Grund gegangen. Über zwei Jahre hat er sich intensiv mit der wechselvollen Historie der Bildungseinrichtung befasst. Herausgekommen ist ein Buch, das nicht nur Einblicke in die Historie, sondern auch die Bedeutung der VHS hinterfragt.

Am 15. September 1919 fassten das Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung den Grundsatzbeschluss, eine Volkshochschule für Unna zu schaffen. Ziel der Volkshochschulen war es, den Bürgern nach dem Ersten Weltkrieg die Demokratie nahe zu bringen. „Aus Untertanen Demokraten machen war damals das Ziel“, weiß Rita Weißenberg, heute Leiterin der VHS Unna-Fröndenberg-Holzwickede.

Das erwies sich als nicht so einfach. Waren Vorträge im Vorfeld des Grundsatzbeschlusses noch sehr gut besucht, so war die Resonanz auf das Angebot der Volkshochschule später verhalten. Und so wurde der Betrieb im Herbst 1921 wieder eingestellt.

Neugründung im Jahr 1946

Eine Neugründung erfolgte erst 1946, nach dem Ende des Zeiten Weltkriegs. Auch damals ging es darum, die Grundlagen für eine funktionierende Demokratie zu schaffen. „Was vorher demokratisch war, war ja zerstört“, erklärt Klaus Basner. Allerdings drehte sich das Angebot vorerst nicht so sehr um Staatskunde.

Auch eine Auseinandersetzung mit dem NS-Regime habe es lange nicht gegeben. Unna war damit nicht allein, ähnlich zurückhaltend verlief die Aufarbeitung der Naziherrschaft landauf, landab. „Man wollte den Blick nach vorne richten“, so Basner.

Im damaligen Kreis Unna gab es 1969 insgesamt 13 Volkshochschulen, die hervorragend miteinander kooperierten. Unna hatte damals Vorbildcharakter im Land NRW. Anfang 1975 trat dann das Weiterbildungsgesetz des Landes in Kraft. Das setzte die Volkshochschulen im Kreis unter Zugzwang. Städte und Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern durften keine eigene VHS mehr führen.

Fusionen im Kreis Unna

Im Kreis Unna schloss sich Bönen schnell an Kamen an, die Einrichtungen in Fröndenberg und Holzwickede brauchten noch länger, um einen Zusammenschluss mit der VHS Unna zu bilden.

Unnas Beigeordnete Kerstin Heidler betont, dass die VHS auch heute noch wichtig ist, wenn es um die Wahrung der Demokratie geht. „Das ist leider immer noch sehr aktuell, wie zuletzt die Wahlen in Thüringen gezeigt haben“, so Heidler.

Das Buch „100 Jahre Volkshochschule Unna, 42 Jahre Volkshochschule Unna Fröndenberg Holzwickede“ ist in der Schriftenreihe der Kreisstadt Unna erschienen. Es ist für 10 Euro im i-Punkt im ZIB erhältlich.
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