Unnas Verwaltung hat das Zuhören gelernt

dzKommentar

Unnas Verwaltungsspitze hat mit der Nachricht, die neue Hellweg-Realschule doch nicht auf dem Gelände des Freizeitbades zu bauen, für eine Überraschung gesorgt. Ein Kommentar der Redaktion.

Unna

, 21.11.2019, 11:42 Uhr / Lesedauer: 1 min

Selbst erfahrene Politiker müssen wohl länger überlegen, wann Unnas Verwaltungsspitze zuletzt von sich aus eine solch gravierende planerische Wende vollzogen hat. Das Freizeitbadgelände als Schulort ist tot.

Unabhängig davon, wie jeder Einzelne diese Entscheidung werten mag, ringt sie den Verantwortlichen Respekt ab. Neue Köpfe und neue Rahmenbedingungen haben dafür gesorgt, dass der Verwaltungsvorstand seine Position überdacht hat.

Man könnte auch sagen: Die Verwaltung hat das Zuhören gelernt – endlich. Vielleicht brauchte es erst ein so gravierendes Ereignis wie den Bürgerentscheid zur Eishalle. Er hat schonungslos offengelegt, wie sehr sich die Verwaltung und die Politik in eine Sackgasse manövriert haben.

Auch über das Freizeitbadgelände wurde immer wieder heftig diskutiert. In der Politik, aber auch unter den Bürgern. Und sehr viele hielten nichts von der Idee einer Schule in der Einflugschneise des Dortmunder Flughafens.

Teile der Politik, aber eben auch die Verwaltungsspitze um Bürgermeister Werner Kolter haben das viel zu lange ignoriert. Das sture Festhalten an der einmal getroffenen Entscheidung war ein Fehler. Er kostete Vertrauen, weckte Protest.

Mit der Empfehlung, die Realschule nun doch auf ihrem eigenen Gelände neu zu errichten, wollte die Verwaltung laut dem Ersten Beigeordneten Jens Toschläger die „Diskussion entspannen“ und eine „Neuausrichtung der Überlegungen“ ermöglichen.

Möglicherweise ist damit aber noch mehr zu erreichen: Die Verwaltung – und in ihrem Fahrwasser auch die Politik – können neues Vertrauen gewinnen. Dass sie das wollen, werden beide immer wieder neu beweisen müssen.

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