Unnas Stadtkirche feiert ihre Jubiläen als „Musikhaus“

dzKantorei und Posaunenchor

Musik als Mittel der Verkündung hat in der Evangelischen Kirchengemeinde Unna einen hohen Stellenwert. Seit 140 Jahren gibt es den Posaunenchor, seit 70 Jahren die Kantorei. Dazu gab es ein besonderes Geschenk.

von Rainer Ehmanns

Unna

, 10.11.2019, 16:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Jubilare feierten am Sonntagmorgen in der Stadtkirche zusammen mit der Gemeinde den Festgottesdienst, in dem die „Festkantate“ der Brüder Stephan und Jens Langenberg uraufgeführt wurde. Schon am Vorabendabend hat mit der grandiosen Aufführung des „Elias“ das klangvolle Jubiläum begonnen. Es setzte sich fort im Gottesdienst einer lebendigen Gemeinde, die ebenso als Teil der Musik wahrgenommen wird wie die verschiedenen musikalischen Gruppen: der 140 Jahre alte Posaunenchor, die 70 Jahre alte Kantorei, Kinderchor, Jugendchor der Kantorei und das Ensemble Tibicinium.

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Sie alle reißen im Eröffnungschor der Festkantate „Kommet herzu“ jubelnd mit und verleihen dem Gottesdienst neben den Gemeindeliedern und Psalmen durch die vertonten Kantatentexte dem Fest eine tiefere Bedeutung: Musik ist Ausdruck der Freude, des überbordenden Lobpreises Gottes, wird aber auch als inniger Moment der Begegnung mit Gott verstanden, als ein lebendiges Bekenntnis aller Aufführenden zur Musik.

Auch Pfarrer Dörings Predigt ist getragen von dem Gedanken „Der Herr erscheint in Musik.“ Das sei angesichts zunehmender Wissenserkenntnisse ein Paradox, unter denen Gott in einer Nische zu verschwinden scheine. Aber Döring möchte Gott mitten im Leben wiederfinden. Und das hat für ihn viel mit Musik zu tun. „Musik ist pulsierender Rhythmus, ist Klang, Gesang, fließender, klingender Atem, ist Leben“, wie es in der Festkantate vielfältig aufgenommen wird: „Du klingst in Versen und Liedern.“ Und er führt in Worten aus, was Musik zum Lobe Gottes umfasst: den entfesselten freudigen Jubel des „Hosianna“ ebenso wie die in sich gekehrte demütige Gewissheit des Gottvertrauens, womit die Kantate endet. „Was für ein Vertrauen“ beschließt eine Festkantate, die eine unerschütterliche Glaubensgewissheit ausstrahlt, kompositorisch bewusst die Brücke zur Vergangenheit schlägt und alle Mitwirkenden einschließt.

So dürfen auch die Jubilare voller Stolz ihre Existenz in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft als eine über den kirchlichen Rahmen hinausweisende verstehen. Mit bewegenden Aufführungen aller großen Messen, Oratorien, Requiem und Orgelwerken der vergangen Musikepochen wie auch der jüngeren Gegenwart, es sei erinnert an Michael Tippetts „A Child of our Time“, Arthur Honeggers „König David“, Elgars „Dream of Gerontius“ oder Paul McCartneys „Liverpool Oratorium“, ist nachvollziehbar eindrucksvoll belegt, was Hannelore Höft schon zu Beginn ihrer Tätigkeit in Unna als Motto formulierte: Kontinuität und Wandel. Die Grußbotschaften, darunter die des ehemaligen Kantors Hermann, bestätigen dankbar das Gelingen. Ad multos annos!

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