Unnas Seelsorger wollen nicht nur über Religion reden

dz„Mission possible“

„Missionieren“ – das klingt nach längst vergangenen Zeiten, antiquiert und überholt. Doch den Glauben weitergeben muss nicht zwangsläufig missionierend geschehen. Die Pfarrei St. Katharina Unna geht nun einen neuen Weg.

Unna

, 31.08.2018, 13:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie begeistert man Menschen heute für den Glauben? Angesichts leerer Kirchen und zunehmender Kirchenaustritte muss sich die katholische Kirche mit dieser Frage auseinandersetzen. In der Pfarrei St. Katharina versuchen Gemeindereferent Janfelix Müller und Pastor Stefan Schmitz dies nun auf einem ganz neuen Weg.

Auf einer Fortbildung lernten die beiden das Projekt „Mission possible“ kennen – ein Konzept, das vor gut 20 Jahren einige Katholiken aus Österreich und Deutschland entwickelt haben. „Dabei geht es im Kern darum, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Und das ganz ohne den Gedanken, sie in die Kirche zu holen oder für die Kirche zu werben“, erklärt Janfelix Müller. Dass das nicht ganz einfach ist, hat der Gemeindereferent bei sich selbst während der Fortbildung beobachtet: „Man ertappt sich meistens plötzlich dabei, dass man ja doch wieder versucht, die Menschen in die Kirche zu holen.“

Den Dialog suchen

Zuhören, sich im Dialog für den anderen interessieren und dabei die christliche Perspektive auf verschiedene Lebensthemen in die Gesellschaft tragen – darum geht es bei „Mission possible“. „Wir möchten den Menschen nicht sofort mit Bibelzitaten kommen, sondern uns mit ihnen über das unterhalten, was sie bewegt“, erklärt Janfelix Müller. „Dahinter steckt der Gedanke, dass wir Christen schon etwas zu sagen haben. Dies muss aber nicht zwangsläufig gewinnbringend für die Kirche sein.“

Wenn die Kirchenbänke immer leerer werden, laufe man schnell Gefahr, „Zählsorge“ statt Seelsorge zu machen, sagt Janfelix Müller. „Genau das Gegenteil muss aber der Fall sein: Wir freuen uns über jeden, der in die Kirche kommt, aber viel wichtiger sind die Gespräche mit den Menschen – und da ist es egal, wo sie stattfinden.“ Ganz bewusst soll „Mission possible“ daher auch die Chance bieten, aus den kirchlichen Räumen herauszugehen. „Wie das aussehen kann, das liegt ganz bei uns und den ehrenamtlichen Mitarbeitern“, sagt Janfelix Müller.

Kurs für Ehrenamtliche

Denn neben ihm und Pastor Stefan Schmitz sollen auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Gemeinde ermutigt werden, diese neuen Weg der Glaubensvermittlung zu gehen. Bis zum 6. September können sich Interessierte noch für einen Ausbildungskurs anmelden, der ab Mitte September bis Ende des Jahres im Katharinentreff angeboten wird. „Wir freuen uns auf viele spannende Ideen in diesem gemeinsamen Prozess“, so Müller.

Der „Mission possible“ Ausbildungskurs findet meistens dienstags und mittwochs von 19.30 bis 22 Uhr im Katharinentreff statt. Die Termine sind: 11. September, 2. Oktober, 30. Oktober, 31. Oktober, 6. November, 13. November, 14. November, 20. November, 4. Dezember und 18. Dezember. Unterstützt werden Janfelix Müller und Stefan Schmitz in der Fortbildung von Ludger Rickert von der katholischen Bildungsstätte für Erwachsenenbildung in Dortmund.
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