Unnas Osten braucht einen eigenen Rettungswagen

dzRettungsdienst

Hemmerde ist der einzige Stadtteil in Unna, in dem ein Rettungswagen nicht schnell genug vor Ort ist. Deshalb soll der Osten eine eigene Wache erhalten. Ein Beschluss dazu steht bevor.

Unna

, 14.11.2019, 15:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine eigene Rettungswache für Hemmerde? Das klingt zunächst überdimensioniert. Eine genauerer Blick aber offenbart, dass dort ein Standort für einen Rettungswagen erforderlich ist. Hemmerde ist der einzige Ortsteil, in dem die Retter nicht in der vorgesehenen Zeit vor Ort sind.

Neuer Rettungsdienstbedarfsplan

Der Kreis Unna entwickelt aktuell die vierte Fortschreibung seines Rettungsdienstbedarfsplans. Darin wird festgelegt, wie welche Standorte in Bezug auf den Rettungsdienst ausgestattet werden sollen. Die Einschätzung des Kreises Unna und die des beauftragten Gutachters decken sich: Hemmerde ist unterversorgt.

Zielerreichungsgrad

So schnell soll der Rettungsdienst vor Ort sein

  • Für die städtischen Bereiche im Kreis Unna git, dass ein Rettungswagen in acht Minuten vor Ort sein soll.
  • Für den ländlichen Bereich gilt eine verlängerte Hilfsfrist von zwölf Minuten.

Im Ausschuss für Feuerwehr, Sicherheit, Ordnung und Straßenverkehr des Kreises Unna stellte Benjamin Winter jetzt den aktuellen Planungsstand vor. Verabschiedet werden soll der neue Rettungsdienstbedarfsplan durch den Kreistag am 17. März 2020. Bis dahin bekommen auch die Feuerwehren noch Gelegenheit zur Stellungnahme.

Nicht oberste Priorität

„Unna ist ansonsten gut versorgt“, begründete Winter, warum ein neuer Rettungswagen-Standort für Hemmerde in der Prioritätenliste ganz hinten liegt. Der Zeitplan sieht den Bau einer Wache für Ende 2020/Anfang 2021 vor. Winter betonte, dass auch der Bau einer Interimswache möglich sei, ein fester Bau müsste dann folgen.

Der Bau einer übergangsweisen Wache ist demnach in wenigen Monaten möglich, bis zur Fertigstellung einer festen Wache könnten drei bis fünf Jahre vergehen.

Sollte der neue Rettungsdienstbedarfsplan wie vorliegend beschlossen werden, müsste die Stadt Unna nach einem Standort suchen und die rechtlichen Voraussetzungen für den Bau einer Wache im Unnaer Osten schaffen.

Damit würde man im Rathaus offene Türen einrennen. Schon vor der letzten Neufassung des Bedarfsplanes hatte die Kreisstadt angeregt, Unnas Osten in den Blick zunehmen. Damals hielt der Gutachter einen eigenen Rettungswagen für die Ostdörfer nicht für erforderlich.

Vier Problemorte im Kreis

Hemmerde ist nicht der einzige Standort im Kreis, wo eine neue Wache errichtet werden muss. Auch in den Bergkamener Ortsteilen Rünthe und Oberaden sowie im Norden von Selm sind die Einsatzwagen des Rettungsdienstes nicht schnell genug vor Ort.

In Rünthe ist der Bau einer (Interims-)Wache für das erste Halbjahr 2021 vorgesehen, in Oberaden für das zweite Halbjahr 2021. In Selm wird möglicherweise ohnehin eine neue Wache gebaut, die das Problem lösen würde.

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