Unnas Ortsvorsteherin fordert provisorisches WC und Strenge gegenüber Trinkerszene

dzHygiene

Die Trinkerszene in Unna wird zum Stein des Anstoßes. Der durch Corona bedingte Mangel an öffentlichen Toiletten verschärft offenbar Ordnungsprobleme. Die Ortsvorsteherin fordert Strenge – und einen Toilettenwagen.

Unna

, 29.05.2020, 14:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einem Brief an den Bürgermeister macht Ingrid Kroll, Ortsvorsteherin von Unna-Oberstadt, anstößige Zustände in der Innenstadt öffentlich. Sie fordert das Aufstellen eines provisorischen WCs und mehr Strenge gegenüber der Trinkerszene.

Mehr Kontakt erlaubt ab 30. Mai

Zu Beginn der Corona-Ausgangsbeschränkungen war in Unna schon einmal die Frage aufgekommen, wie die Ordnungsbehörde mit Szenetreffen in der Innenstadt umgeht. Die Ordnungsdienstler behielten Treffen mit Alkoholkonsum im Blick, hieß es seinerzeit. Die Behörde sei weiterhin wachsam, sagte Stadtsprecher Oliver Böer nun.

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Allerdings gelte inzwischen wieder mehr Freiheit: Bis zu zehn Personen dürfen sich ab dem 30. Mai wieder gemeinsam in der Öffentlichkeit aufhalten. So regelt es das Land Nordrhein-Westfalen. Und das Trinken von Alkohol sei an sich nicht verboten, so Böer.

Forderung: Alkoholverbot mit Aushang

Ortsvorsteherin Kroll bittet nun aber, dass die Stadt an bestimmten Stellen im Umfeld des Rathauses den Alkoholgenuss per Aushang untersage, und zwar auf Bänken auf dem Kirchplatz und Rathausplatz sowie im Buswartehäuschen gegenüber von Sinn. „Selbstverständlich muss dieses auch durch das Ordnungsamt sowie die Polizei kontrolliert werden“, schreibt Kroll. Mit dem Alkoholverbot bestehe die Möglichkeit, Ordnungswidrigkeiten auszusprechen.

Mangel an öffentlichen Toiletten

Ortsvorsteherin Kroll weist auf einen Mangel an öffentlichen Toiletten hin. In der Gastronomie und im Rathaus stehen öffentliche WCs allenfalls sehr eingeschränkt zur Verfügung. Stadtsprecher Böer bestätigt, dass im Rathaus nach wie vor nur eine Behindertentoilette für Besucher nutzbar sei, sofern sie einen Schlüssel haben.

Dass Menschen in der Innenstadt aufgrund der Einschränkungen kaum Möglichkeiten haben, in Würde ihre Notdurft zu verrichten, hatten andere Passanten schon vor Wochen öffentlich gemacht.

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Ingrid Kroll schildert nun Beobachtungen, wonach Szenemitglieder entweder vor dem Gebüsch an der Deutschen Bank oder am Fahrstuhl des katholischen Gemeindezentrums urinierten, „ohne dass der Ordnungsdienst hiergegen einschreitet“.

Kroll schlägt vor, einen Toilettenwagen zwischen Klosterwall und Rathaus aufzustellen. Bisher ist das nicht vorgesehen. Böer deutet an, im Zuge weiterer Lockerungen sei vielmehr eine weitere Öffnung des Rathauses in Richtung Normalbetrieb vorstellbar.

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