Unnas neuer Bürgermeister setzt Klimaschutz ganz oben auf die Agenda

dzPolitik

Jetzt ist es offiziell: Dirk Wigant ist am Donnerstagabend als neuer Bürgermeister von Unna vereidigt worden. Was Unna mit ihm erwartet, skizzierte er in einer kurzen Rede.

Unna

, 19.11.2020, 19:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Keine zwei Minuten hatte Dirk Wigant gesprochen, da fiel das Wort zum ersten Mal: Klimawandel. Es gehe darum, diesen intensiver zu bekämpfen, als nur auf den Beitrag anderer zu warten, sagte Unnas neues Stadtoberhaupt und gab damit einen Einblick in seine Prioritäten.

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Bevor er diese weiter erläuterte, dankte Dirk Wigant jedoch dem Mann, der die Ratssitzung aus einer für ihn ungewöhnlichen Perspektive verfolgte. „Werner Kolters Wirken für Unna wird einen festen Platz im Gedächtnis und in der Geschichte unserer Stadt haben“, wandte sich Wigant an seinen Amtsvorgänger.

Ungewohnte Perspektive: Alt-Bürgermeister Werner Kolter verfolgte die erste Sitzung des neuen Rates von den hinteren Reihen aus.

Ungewohnte Perspektive: Alt-Bürgermeister Werner Kolter verfolgte die erste Sitzung des neuen Rates von den hinteren Reihen aus. © Marcel Drawe

„Wir haben Unna nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen.“
Dirk Wigant, Bürgermeister

Dass in Dirk Wigants Wirken für Unna die Themen Klimaschutz, Bürgerbeteiligung und intelligentes Sparen eine wesentliche Rolle spielen werden, wurde im Verlauf seiner Rede schnell klar. „Wir haben Unna nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen“, sagte Wigant. Ein Mobilitätskonzept und eine enge Zusammenarbeit mit Unnas neuem Klimaschutzmanager seien unerlässliche Schritte, um den Klimaschutz in Unna voranzubringen.

Bürgerbeteiligung soll mit Massens Einkaufszentrum starten

Im Wahlkampf war Wigants großes Thema die Bürgerbeteiligung - und wenig überraschend benannte er das erste große Projekt, bei dem er diese umsetzen will: „Mit dem geplanten Einkaufszentrum in Massen fangen wir an.“

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So hat der Rat gewählt

Das sind Unnas neue (und alte) Ortsvorsteher

Lünern-Stockum: Werner Clodt (CDU) Mühlhausen-Uelzen: Claudia Wendel (Grüne) Hemmerde: Klaus Tibbe (SPD) Unna-Mitte: Ines Nieders-Mollik (Grüne) Kessebüren: Hans-Martin Berg (CDU) Billmerich: Bernhard Albers (CDU) Massen: Dr. Peter Kracht (SPD) Afferde: Andrea Flessenkämper (SPD) Königsborn: Burkhard Böhnisch (SPD)

Seiner Meinung nach sei Bürgerbeteiligung überall dort erfolgreich, wo der klare Wille herrsche, alle Beteiligten zusammenzubringen. Mit einem Bürgerbudget, das erstmals 2021 im Haushalt verankert werden soll, sollen Bürgerprojekte vor allem in den Ortsteilen realisiert werden können.

„Das dickste Brett, was wir als Stadt bohren müssen, ist die Sanierung des städtischen Haushalts“, stimmte Dirk Wigant die Ratsmitglieder und Bürger auch auf schwierige Zeiten ein. Durch „intelligentes Sparen und die Vermeidung von Doppelstrukturen“ wolle er die Sanierung des Haushalts voranbringen - „ohne dass darunter die Servicequalität für die Bürger leidet.“

Unnas neuer Bürgermeister Dirk Wigant (hinten) mit seinen ehrenamtlichen Stellvertretern: Gerhard Meyer, Renate Nick und Michael Sacher (von links).

Unnas neuer Bürgermeister Dirk Wigant (hinten) mit seinen ehrenamtlichen Stellvertretern: Gerhard Meyer, Renate Nick und Michael Sacher (von links). © Marcel Drawe

„‚Suchet der Stadt Bestes‘ geht nur unter einer stärkeren Beteiligung der Bürger.“
Dirk Wigant, Bürgermeister

Sein Wahlkampfmotto „Mit Herz und Verstand“ legte er allen Ratsmitgliedern nahe: „Wir tragen gemeinsam Verantwortung für unsere Stadt. Und ich bin überzeugt ‚Suchet der Stadt Bestes‘ geht nur unter einer stärkeren Beteiligung der Bürger.“

Drei ehrenamtliche Bürgermeister als Stellvertreter

An seiner Seite hat der neue Bürgermeister künftig drei statt der bisher üblichen zwei ehrenamtlichen Stellvertreter. Mehrheitlich stimmten die Ratsmitglieder für den gemeinsamen Vorschlag von CDU-, SPD- und Grünen-Fraktion, Michael Sacher (Grüne) zum ersten ehrenamtlichen Stellvertreter, Gerhard Meyer (CDU) zum zweiten und Renate Nick (SPD) zum dritten ehrenamtlichen Stellvertreter Wigants zu ernennen. Kritik daran kam im Vorfeld aus den Reihen der FLU und WfU, die in der Aufstockung der Vize-Bürgermeisterposten ein reines „Postengeschachere“ der großen Parteien sahen.

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