Seit einem Jahr leuchten vier Hausfassaden rund um den Alten Markt. Die Innenstadt attraktiver machen, lautete das Ziel. Das ist gelungen - doch das Projekt ist auch ins Stocken geraten.

Unna

, 07.11.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein bisschen so, als würde Unnas guter Stube ein Licht aufgehen: Mitte November 2017, noch bevor die Weihnachtsmarktbeleuchtung den Alten Markt erhellte, erstrahlten die Fassaden von vier historischen Häusern. Zeitgleich mit der Installation der Beleuchtung am Eselsbrunnen wurde auch an vier Gebäuden rund um den Alten Markt eine spezielle Fassadenbeleuchtung installiert - Lichtkunst im Herzen der Stadt.

Während der Esel dank der Initiative der Unnaer Service-Clubs angestrahlt wird, geht die Beleuchtung der vier Häuser auf den Verkehrsverein und den City-Werbering zurück. Die beiden Vereine trugen die Planungs- und Installationskosten für die Beleuchtung, die Kosten für das Licht selbst die Immobilienbesitzer.

Mit diesem „Impuls“, wie es der Vorsitzende des Verkehrsvereins, Wilhelm Dördelmann, nannte, war die Hoffnung verbunden, dass weitere Gebäudebesitzer mit einer Fassadenbeleuchtung zur Verschönerung der Innenstadt beitragen.

Unnas Marktplatz leuchtet, aber wird nicht heller

Die Strahler sollen den Blick bewusst auf die historischen Elemente in Unnas Innenstadt lenken. © Borys Sarad

Jetzt, ein Jahr später, zeigt sich, dass dieses Vorhaben durchaus ambitioniert ist. „Es gab durchaus Kontaktaufnahmen von weiteren Gebäudebesitzern, die ein Interesse an einer Beleuchtung haben“, sagt Wilhelm Dördelmann auf Anfrage unserer Redaktion.

Bauarbeiten an der Stadtkirche

Kirchturm leuchtet nicht mehr

  • Vielen Unnaern ist es schon aufgefallen: Der Kirchturm der Stadtkirche, der sonst allabendlich in sanftem blauen Licht leuchtet, bleibt derzeit dunkel. Und das wird auch auf absehbare Zeit so bleiben, wie der evangelische Kirchenkreis Unna auf Anfrage bestätigt.
  • „Die notwendigen Gerüstarbeiten an der Fassade bringen es mit sich, dass die Beleuchtung abgeschaltet werden muss“, erklärt Pressereferent Dietrich Schneider. Das Gerüst, das der Sicherung der maroden Fassade und deren Begutachtung dienen soll, wird bis auf die Höhe der Turmbalustrade gebaut. Die dortigen Wasserspeier und die restlichen drei Fialen werden ebenfalls komplett eingerüstet.
  • Denkbar sei eine Beleuchtung des Turmes vom Gerüst aus - allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt, so Schneider. Das Gerüst wird mehrere Monate stehen bleiben - und damit auch der Turm zunächst im Dunkeln bleiben.

Allerdings sei es schwierig, die Vorstellungen der Immobilienbesitzer und die Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung beispielsweise durch den Verkehrsverein unter einen Hut zu bringen.

„Es wird nicht weiterhin möglich sein, dass wir die Planungs- und Installationskosten für eine Fassadenbeleuchtung in voller Höhe tragen, wie wir es bei dem Pilotprojekt vor einem Jahr gemacht haben“, sagt Dördelmann, betont aber, dass der Verkehrsverein interessierte Hauseigentümer gerne berate - und auch unterstütze.

„Wir bleiben an dieser Stelle dabei, weil wir glauben, dass das wichtig für unsere Innenstadt ist“, so Dördelmann. „Das bezieht sich auch auf finanzielle Unterstützung, aber das würden wir jeweils individuell mit den jeweiligen Hauseigentümern aushandeln.“ Die reinen Energiekosten für eine Beleuchtung der Fassade hatte der Verkehrsverein bei Beginn des Projekts mit rund 60 Euro im Jahr beziffert.

Unnas Marktplatz leuchtet, aber wird nicht heller

60 Euro im Jahr sind laut Verkehrsverein notwendig, um die Fassade eines Hauses ein Jahr lang so zu beleuchten. © Borys Sarad

Auch der City-Werbering, der gemeinsam mit dem Verkehrsverein die Kosten für die Planungs- und Installationsarbeiten der ersten vier Häuser übernommen hatte, hält an dem Projekt fest, wie deren Vorsitzender Thomas Weber auf Anfrage unserer Redaktion sagt. „Das ganze scheint tatsächlich etwas zu stocken, aber wir verfolgen das weiter“, so Weber. „Es ist eine gute Idee, um die es schade wäre, wenn es nicht weitergehen würde.“

Vor allem in der nun beginnenden dunklen Jahreszeit sieht Wilhelm Dördelmann großes Potenzial in der Fassadenbeleuchtung. „Das Einkaufsverhalten verschiebt sich generell mehr in die Abendstunden. Wenn es jetzt bald um 16 Uhr schon dunkel wird, dann kann Unna mit der Fassadenbeleuchtung wirklich punkten, denn sie trägt zu etwas bei, das es im Internet nicht gibt: Aufenthaltsqualität.“

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