Unnas Linke regt Installation von „Notrufschildern“ für Frauen im Unnaer Stadtgebiet an

dzHäusliche Gewalt

Niedrigschwellige Hilfsangebote gegen häusliche Gewalt - diese möchte Unnas Linke jetzt mit „Notrufschildern“ im gesamten Stadtgebiet schaffen. Die Partei hat einen entsprechenden Antrag gestellt.

Unna

, 11.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Häusliche Gewalt gegenüber Frauen und Kindern - das ist ein Problem, das vermehrt in die Öffentlichkeit getragen werden muss. So sieht es zumindest Petra Weber, Fraktionsvorsitzende der Unnaer Partei „Die Linke“. Sie möchte gemeinsam mit dem Frauenforum des Kreises niedrigschwellige Hilfsangebote für Betroffene in Unna sichtbarer machen. Webers Partei hat daher einen Antrag an die Stadtverwaltung gestellt, „Notrufschilder“ des Frauenfo­rums stadtweit zu installieren.

„Mit solchen Schildern wird deutlich gemacht, dass es konkrete Hilfe in der Stadt mit einer örtlichen Einrichtung und Notrufnummer gibt“, sagt Petra Weber. Dadurch könne die Hemmschwelle, sich als Betroffene an Hilfsinstitutionen zu wenden, gesenkt werden, hofft sie.

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Informationstafeln an zentralen Punkten der Stadt

Konkret handelt es sich bei den Schildern um eine Art „Informationstafel“, die etwa Rufnummern zu Beratungsstellen und Unterkunftsmöglichkeiten aufzeigt, wie Birgit Unger vom Frauenforum im Kreis Unna erklärt. Eine Mitarbeiterin des Frauenforums habe solche Schilder etwa in Wien entdeckt. Dort scheinen diese bereits durchaus üblich zu sein. „Den Frauen wird damit an zentralen Punkten in der Stadt gezeigt, dass sie als Opfer von häuslicher Gewalt einfach Hilfe finden können“, sagt Unger.

Das wünscht sie sich auch für Unna. Die Geschäftsführerin des Frauenforums stellt sich solche Schilder etwa am Marktplatz oder vor dem Rathaus vor. Auch wenn es sich bei der Idee bislang nur um einen groben Entwurf handele, hält Unger diese für umsetzbar: „Ich bin nicht pessimistisch, dass es auch bei uns klappt.“

Installation der Schilder letztlich eine Kostenfrage

Letztlich sei eine derartige Installation eine Kostenfrage. „Wenn die Schilder an Laternen und Masten befestigt werden, müssen sie entsprechend hoch angebracht und aus beständigem Material gefertigt sein. Ganz billig wird das nicht“, schätzt Unger. Sie müsse sich erst einmal entsprechende Voranschläge einholen.

Die Linken, die sich ebenfalls für dieses Projekt einsetzen, haben auch andere Fraktionen und Ratsmitglieder um Unterstützung ihres Antrags gebeten: „Ungeachtet aller politischen Meinungsunterschiede dürfte es allen am Herzen liegen, den Opfern häuslicher Gewalt möglich niedrigschwellig Unterstützung und konkrete Hilfe zukommen zu lassen,“ so die Fraktionsvorsitzende Weber. Außerdem leiste das Frauenforum Unna seit Jahren eine hervorragende und wichtige Arbeit. „Das sollten wir somit würdigen“, so Weber

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