Unnas Krankenhaus der Zukunft wäre auf Corona vorbereitet

dzChristliches Klinikum

Wie würde man mit den Erkenntnissen aus der Corona-Krise heute ein Krankenhaus bauen? Das geplante neue Klinikum würde auch bessere Chancen bieten im Kampf gegen die Pandemie.

Unna

, 25.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Krankenhausplaner lernen aus der Corona-Krise: Bei ihren Überlegungen für das künftige Christliche Klinikum Unna spielt die mögliche Begegnung mit einer Ansteckungskrankheit in größerem Umfang eine wichtige Rolle. Das Krankenhaus der Zukunft wäre vorbereitet.

Krankenhäuser mussten improvisieren

Auf die Bewältigung der aktuellen Corona-Krise waren die deutschen Krankenhäuser zunächst nicht vorbereitet. Um für die Aufnahme von Corona-Patienten gewappnet zu sein, mussten sie improvisieren. Die Kliniken räumten teils so um, dass Covid-Patienten in Bereichen untergebracht werden konnten, die von den übrigen Stationen sauber getrennt waren. Teils wurden planbare Operationen verschoben. Oberstes Ziel war das Vermeiden von Begegnungen. Die Wege von Corona- und „normalen“ Patienten sollten sich nicht kreuzen.

Eingeschränkte Kapazität

Die Kapazität der Krankenhäuser sei dadurch erheblich gesunken, erklärten die Verantwortlichen von Evangelischem Krankenhaus und Katharinen-Hospital kürzlich in einem Pressegespräch zu ihren Fusions- und Ausbauplänen.

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Die Bedingungen für einen solchen Krisenfall könnten künftig optimiert werden, so Dr. Dietmar Herberhold, Chef des Evangelischen Krankenhauses, das mit dem Katharinen-Hospital zum Christlichen Klinikum Unna fusioniert. Kann das Klinikum seine Ausbaupläne umsetzen, dann würde ein Teil des Standorts Katharinen-Hospital so erweitert und umgebaut, dass eine Infektionsabteilung eingerichtet werden könnte.

Idee: Trakt abkapseln mit geringem Aufwand

Es sei dann mit geringem Aufwand möglich, einen Gebäudetrakt vollständig abzukapseln, erklären die Krankenhaus-Chefs. Die Rede ist von „zwei Krankenhäusern in einem“: In einer Klinik würden mit Corona - oder einer anderen Krankheit - infizierte Menschen versorgt, im Rest des Krankenhauses wären Nicht-Infizierte und ihr Personal unter sich. Es gäbe einen separaten Eingang für gehfähige Infizierte. Schwerer Erkrankte könnten auch getrennt von den übrigen mit dem Krankenwagen zur Klinik gebracht werden.

Förderantrag mit detaillierten Planungen

Diese Gedankenspiele sind in der Führungsriege des Christlichen Klinikums schon recht detailliert, weil sie für ihren Förderantrag umfangreiche Planungen bei der zuständigen Landesbehörde einreichen mussten. Wie berichtet geht es um eine Investition von rund 100 Millionen Euro in die beiden Unnaer Krankenhausstandorte. Das Land würde bis zu 90 Prozent davon tragen. Bisher ist das alles aber Zukunftsmusik. Voraussichtlich im August 2021 wird man erfahren, ob die Fördermittel wie erhofft nach Unna kommen.

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