Unnas Krankenhäuser fusionieren: „Ein Traum geht in Erfüllung“

dzChristliches Klinikum

Die Krankenhausfusion in Unna nimmt Formen an, und ein Wegbegleiter blickt zufrieden zurück: Für Ex-Superintendent Hans-Martin Böcker geht ein Traum in Erfüllung.

Unna

, 25.09.2020, 15:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 8. September hatten die Verantwortlichen des Evangelischen Krankenhauses und des Katharinen-Hospitals die Gründung eines neuen gemeinsamen Krankenhauses in Unna beurkundet: Das Christliche Klinikum Unna entsteht. Rückblickend meldet sich nun ein Geistlicher als Wegbegleiter des neuen Krankenhauses zu Wort.

Vision wird Wirklichkeit

Hans-Martin Böcker war von 2015 bis Anfang dieses Jahres Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Unna. Noch immer ist er Mitglied des Stiftungsrats des Evangelischen Krankenhauses. Im Januar 2017, bei der Verabschiedung seines Amtskollegen, des katholischen Pfarrers Georg Birwer in Unna, habe er in einem Abschiedsgrußwort Altbundeskanzler Helmut Schmidt zitiert: „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.“ Böcker erinnert sich nun: „Ich aber hatte die Vision, dass es in unserer Kreisstadt Unna einmal einen Zusammenschluss beider Krankenhäuser geben möge.“

Geballte Medizin-Kompetenz und starkes ökumenisches Zeichen

Es sei ein Gedanke gewesen, der ihm als Pfarrer in Kamen, später dann als Superintendent in Unna immer wieder durch den Kopf gegangen sei: Welch eine geballte medizinische Kompetenz käme da zusammen, welch ein starkes ökumenisches Zeichen würde da gesendet.

Bei der Abschiedsfeier sei ein Raunen durch die vollbesetzte Kirche St. Katharina gegangen. „Manch einer meinte, ich habe mich zu weit aus dem Fenster gelehnt“, so Böcker.

Wichtig: Keine Entlassungen im Zuge der Fusion

Und einige Zeit später sollten sich die beiden Führungsgremien der Krankenhäuser tatsächlich auf eine Fusion einigen. Nach langen Verhandlungen und Klärung der juristischen Voraussetzungen stand fest: Man geht zusammen. Dass dabei niemand entlassen wird, stand auch fest, und dies sei auch aus der christlichen Perspektive besonders wichtig gewesen, so Böcker. Sein Vorschlag, das neue Konstrukt „Christliches Klinikum“ zu nennen, habe ebenso Zustimmung gefunden wie das ethische Konzept, das nun allen Verträgen zugrunde liegt.

Unna als Vorbild für ganz Deutschland

„Der größte Wunsch meiner Dienstzeit ging in Erfüllung, als die Diözese in Paderborn und die Westfälische Landeskirche in Bielefeld ihre uneingeschränkte Zustimmung gaben“, so Hans-Martin Böcker. „Diese Fusion ist vorbildlich für andere Regionen der katholischen und evangelischen Kirche Deutschlands.“

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