Unnas katholische Frauen setzen Zeichen

dzMaria 2.0

Mit Humor rundete die kfd am Mittwochabend die Aktionen zur Streikwoche der Bewegung „Maria 2.0“ am. Kirchenkabarettistin Ulrike Böhmer bot in ihrem Programm eine Alternative zum lieben Gott.

von Sebastian Pähler

Königsborn

, 16.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Aufmerksam auf verschiedene Missstände in der katholischen Kirche machen derzeit Frauen in Deutschland. Auch in Unna hat die Bewegung „Maria 2.0“ in dieser Woche die Menschen angesprochen.

Am Mittwoch erreichte der sanfte Streik in der Katharinen-Gemeinde mit dem Auftritt von Kirchenkabarettistin Ulrike Böhmer seinen Höhepunkt. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) hatte eingeladen.

Ein Zeichen statt Streik

Mit 120 verkauften Karten war das Pfarrheim Herz-Jesu ausverkauft. Überwiegend Frauen amüsierten sich hier über die Betrachtungen und scharfzüngigen Kommentare von Kabarettistin Ulrike Böhmer.

Woran keine der Zuschauerinnen teilnahm, war die gleichzeitig anstehende Pfarrgemeinderatssitzung. Diese wurde im Rahmen der Streikaktion der Bewegung „Maria 2.0“ von den weiblichen Gemeindegliedern boykottiert. Damit war es, neben dem Gemeindecafé in Herz-Jesu, eine der wenigen Aktivitäten in Unna, die wirklich vollumfänglich bestreikt wurden.

Rücksicht auf ältere Bürger

Trotzdem blieb man auch in der Katharinengemeinde nicht still. „Wir haben gesagt, wir streiken nicht mit, wir wollen ein Zeichen setzten“, erklärte Marianne Höhne von der kfd. Vor allem Altenheimbewohnerinnen und -bewohnern wollte man ihre Gottesdienste nicht vorenthalten.

Stattdessen blieb man vor den Türen, um zu zeigen, wie leer die Kirchen ohne Frauen wären. Angefangen hatte das mit dem Gospelgottesdienst am Sonntag, bei dem der Chor und die Besucherinnen zunächst vor der Tür warteten.

Auch die Maiandacht am Mittwoch fand nicht in, sondern vor Herz Jesu statt. Die Reaktionen darauf waren fast immer positiv, so Höhne. Wenn man erkläre, dass „Maria 2.0“ nicht gegen Männer gerichtet sei, sondern für eine geschwisterliche Weiterentwicklung der Kirche stehe, verstünden die meisten Menschen, warum die Frauen draußen in der Kälte blieben.

Unnas katholische Frauen setzen Zeichen

Nur Applaus lockte Ulrike Böhmer zu ihrem eigenen Auftritt. Schließlich sind die Frauen der Bewegung „Maria 2.0“ diese Woche doch im Streik. © Sebastian Pähler


Eine Alternative zu Gott

Auch Kabarettistin Ulrike Böhmer griff in ihrer Rolle der kfd-Frau Erna Schabiewsky die Ereignisse auf und ließ sich nur mit viel Applaus ins Gemeindehaus locken. „Ich denk‘, wir sind am Streiken dranne“ stellte sie fest. „Maria 2.0“ liegt voll auf ihrer Linie. „Wer mich kennt, der weiß, ich bin schon seit Jahren in Wallung, weil die da oben sich nicht bewegen“. In ihrem Programm „Glück auf und Halleluja“ erzählte sie von den Damen der kfd in Dortmund-Eving und Missverständnissen zwischen den Konfessionen.

Schließlich stellte sie fest, wenn der Glaube zum lieben Gott mal schwächele, hätten es die Katholiken gut, denn sie könnten sich zur Not eine Weile auch an Maria halten.

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