Unnas Jugend wünscht sich mehr Treffpunkte – und ist am liebsten im Sportverein aktiv

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Nicht erst die Schließung der Eissporthalle 2018 hat die Frage aufgeworfen, wo Unnas Jugendliche noch Treffpunkte in der Stadt haben. Eine neue Umfrage zeigt: Die meisten Jugendlichen sind ohnehin woanders.

Unna

, 16.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Lichtkunstmuseum, eine Jugendkunstschule und ein umfangreiches Kulturangebot im Sommer: Gerne werden diese und weitere Angebote angeführt, wenn Unna als „Kulturstadt“ gepriesen wird. Doch wie sehr sprechen diese Angebote eigentlich die Jugendlichen in der Stadt an? Dieser Frage ist das Forum Generationen nachgegangen – und überrascht von den Antworten.

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Schon die Resonanz auf ihre Fragebögen-Aktion hat die Organisatoren der Studie – Dr. Joachim Hartlieb, Ulrich Weicken und Klaus Dunker – überrascht. „Wir hatten vielleicht mit 400 oder 500 ausgefüllten Fragebögen gerechnet“, sagt Ulrich Weicken, „dass es dann mehr als dreimal so viele geworden sind, hat uns sehr gefreut.“

1661 Schüler der weiterführenden Schulen im Alter von zehn bis 18 Jahren beantworteten die Frage der Initiatoren rund um das Kultur- und Freizeitangebot in Unna. Entstanden ist auf diese Weise ein umfassendes Bild von dem, was Unnaer Jugendliche in ihrer Freizeit gerne machen und was ihnen vielleicht noch fehlt.

Deutlich wird dabei: Vielen Jugendlichen fehlt in Unna ein Treffpunkt. „Ein Drittel aller Befragten vermisst Räume zur eigenen Projektentwicklung“, sagt Klaus Dunker. Denn die Räume und Orte, die es in Unna für Jugendliche gibt, sind größtenteils an bestehende Angebote gebunden und nicht geeignet, um dort zwanglos zusammenzukommen und eigene Projekte zu entwickeln.

So liegen Aktivitäten in Sportvereinen und das Kino bei den bevorzugten Freizeitangeboten der Jugendlichen weit vorne.

Aber auch Musik spielt eine große Rolle: 105 der befragten Jugendlichen gaben an, oft selber Musik zu machen. Auch dafür braucht es aber Räume. Über den Verein „Ton e.V.“ können junge Musiker Proberäume in der Lindenbrauerei anmieten – doch die Nachfrage ist weitaus größer als das Angebot.

„Wir waren überrascht, dass so viele Jugendliche angegeben haben, dass sie gerne an der Stadtplanung beteiligt werden wollen.“
Ulrich Weicken

„Bei den Jugendlichen zwischen zwölf und 18 Jahren klafft eine richtige Lücke an Orten, wo sie hingehen können“, haben die Initiatoren der Umfrage festgestellt. Und noch etwas anderes fehlt: „Wir waren überrascht, dass so viele Jugendliche angegeben haben, dass sie gerne an der Stadtplanung beteiligt werden wollen“, sagt Ulrich Weicken, „da muss man jetzt überlegen, welche Formen man vielleicht entwickeln kann, dass sie sich auch wirklich beteiligen.“

Und noch etwas zeigt die Umfrage: Der Wegfall der Eissporthalle durch die Schließung im Sommer 2018 bedeutete für viele Jugendliche den Wegfall eines Treffpunktes. Als bevorzugtes Freizeitangebot wurde die Eishalle in der Umfrage bei den sonstigen Angeboten am häufigsten genannt.

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