Unnas Grundschulen warten auf den Masterplan aus Düsseldorf

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Kurze Beine, kurze Wege. Und am besten noch kleine Klassen. Kinder sollen in der Grundschule gute Bedingungen vorfinden. Das Problem in Unna: Es gibt riesige Unterschiede.

Unna

, 04.12.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie soll es mit den Grundschulen weitergehen? Wie sollen sie fit gemacht werden für die Zukunft? Und wie bekommen die Lehrkräfte die Anerkennung, die sie verdienen?

Das sind nur einige der Fragen, die beim Besuch der schulpolitischen Sprecherin der Landes-FDP in Unna Thema waren. Franziska Müller-Rech hörte aufmerksam zu, welche Sorgen vor allem Schulleitungen und Vertreterinnen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vortrugen.

In Unna ist ein großes Problem, dass der Schulentwicklungsplan veraltet und zudem von falschen Entwicklungen ausgegangen ist. Und so lassen sich die Ideen von einst heute nicht mehr umsetzen. Dazu kommt, dass die Bedingungen an den Schulen unterschiedlich sind.

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Manche Grundschulen, etwa die Schillerschule in Massen, platzen aus allen Nähten. Das liegt auch daran, dass nicht nur Massener und Unnaer ihre Kinder dort anmelden. Die Aufhebung der Schulbezirke hat die Entwicklung diesbezüglich schwer berechenbar gemacht.

An anderen Schulen werden vergleichsweise wenig Kinder angemeldet. Dort sorgen kleine Klassen für gute Rahmenbedingungen. Rahmenbedingungen, die sich Schulleiter Matthias Landsberg für „seine“ Schillerschule wünschen würde. „Ich würde gerne einen dritten Zug bilden dürfen. Personell kriegen wir das dann schon hin“, sagt er.

Kinder kommen vor den Vorgaben der Schulaufsicht

Landsberg, auch Sprecher der Unnaer Grundschulen, ist für ungewöhnliche Lösungen bekannt. Wo es keine Genehmigungen gibt, gibt er sich auch mal mit Duldungen der Schulaufsicht zufrieden. Weil er – wie alle Schulleiter in Unna – die Kinder im Blick hat.

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Deutlich wurde in der Runde, zu der der FDP-Stadtverband Unna eingeladen hatte, dass die Lehrkräfte der Grundschulen die verdiente Anerkennung vermissen. Die vier anwesenden Schulleitungen verwiesen darauf, dass sie die größte Inklusionsarbeit leisteten. Es sei nicht fair, wenn immer wieder auf die weiterführenden Schulen verwiesen werde.

Müller-Rech erkennt die Bedeutung der Grundschulen an. Und sie macht Hoffnung. Anfang des Jahres könne der „Masterplan Grundschulen“ veröffentlicht werden. „Der ist geschrieben und mit den Verbänden abgesprochen, muss aber noch durch die Ressortabstimmung“, erklärt die FDP-Politikerin.

Lösungen für die Grundschulen soll der Masterplan liefern

Details kann sie deshalb noch nicht verraten, die Bedingungen für die Grundschulen in NRW sollen sich aber verbessern. Wenn der Masterplan vorliegt, kündigt sie an, komme sie gerne wieder nach Unna, um intensiver über das Thema Grundschulen zu diskutieren.

Was der Masterplan nicht kann, ist der Ausgleich des Gehaltsgefälles, das es zwischen Grundschulen und weiterführenden Schulen gibt. Warum wird die so wichtige und immer wieder gelobte Arbeit der Grundschullehrer nicht entsprechend honoriert?

Diese Frage taucht immer wieder auf. Eine Angleichung, erklärt Müller-Rech, sei aktuell nicht möglich. Sie würde 500 Millionen Euro pro Jahr kosten, zuzüglich der höheren Pensionsrückstellungen.

Füllt eine Lehrkraft einer weiterführenden Schule eine Personallücke an einer Grundschule, bekommt sie allerdings schon jetzt zweieinhalb Jahre lang das höhere Gehalt – in der Hoffnung, dass sie danach für weniger Geld an der Grundschule bleibt.

Diese Regelung benachteiligt Pädagogen, die schon lange an einer Grundschule sind und weniger verdienen. „Und es gibt ja auch fast keine Aufstiegschancen“, bedauert Gabriel Rosenberg, Leiterin der Nicolaischule.

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