Unnas Bürgerstiftung wird als Motor des Gemeinwohls immer wichtiger

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Ohne Geld kommt ein funktionierendes Gemeinwohl auch bei einem noch so starken Ehrenamt nicht aus. Die Bürgerstiftung Unna sichert die Kapitalgrundlagen – und gewinnt selbst immer mehr an Kraft.

Unna

, 25.11.2019, 19:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr Stifter und Spender, mehr Geld, mehr Wirkung – das ist die Grundtendenz seit der Gründung der Bürgerstiftung Unna im Jahr 2006. Beim diesjährigen Stiftertreffen in der Sparkasse hielt der Gründer und Vorsitzende Werner Overwaul einen Jahresbericht, der sich in dieser Hinsicht lückenlos in die bisherige Serie einfügte.

Die Bürgerstiftung Unna bleibt auf Wachstumskurs und gewinnt damit auch als Kapitalgeber des Gemeinwesens weiterhin an Bedeutung. Inzwischen sind es 32 einzelne „Töpfe“, in denen die Stiftung Kapital verwaltet und sammelt.

32 einzelne „Töpfe“, 6,8 Millionen Euro

Neben der eigentlichen Bürgerstiftung gibt es unter ihrem Dach inzwischen 29 gesonderte Stiftungsfonds, die von ihren Gründern mit einem Anfangskapital von mindestens 25.000 Euro aufgelegt worden waren. Zudem ist die Bürgerstiftung auch Verwalterin von zwei Treuhandstiftungen. Insgesamt verwaltet sie derzeit fast 6,8 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahresstichtag liegt die Summe aller Stiftungen um 878.100 Euro höher.

Um gute Zwecke in Unna mit Kapital abzusichern, setzt die Bürgerstiftung allerdings nicht nur auf das klassische Stiftungsmodell, bei dem lediglich die Kapitalerträge der Stiftungen ausgeschüttet werden. Sie sammelt auch Spenden, die direkt in die Ausschüttung gehen können. Sie machten in den zurückliegenden zwölf Monaten 102.400 Euro aus.

238.000 Euro Förderbeiträge in nur einem Jahr

Insgesamt hat die Stiftung 238.000 Euro in die Gesellschaft gegeben und dabei 41 Projekte und Initiativen unterstützt. Die Palette der Empfänger ist enorm bunt. Zusätzliche Sportangebote in Grundschulen, Fahrradhelme für Flüchtlingskinder, der Betrieb des Heilig-Geist-Hospizes, die Aktion offene Gärten und diverse kulturelle Projekte wurden von der Bürgerstiftung zum Beispiel gefördert.

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Zum Teil sind die Verwendungszwecke von den Stiftern vorgegeben, allerdings gibt es dabei auch große Schnittmengen. So erhalten Lebenszentrum, Lebenshilfe und Hospiz viel Unterstützung aus den Mitteln der 29 Einzelfonds. Gemeinsam schütten die Fonds entsprechend bedeutsame Beträge aus.

Die Bürgerstiftung selbst zählt es zu ihren Zielen, Kindern und Jugendlichen Perspektiven zu geben, Benachteiligten zu helfen, die Begegnung von Menschen in Unna zu fördern und den Schutz von Umwelt und Natur zu unterstützen. Aus aktuellen Anlässen aber wendet sie sich auch Themen zu, die nicht zu diesen Schwerpunkten zählen. Eines davon ist die Sanierung der Stadtkirche.

40.000 Euro für zwei „Höllenhunde“ der Stadtkirche

In Steine investiert die Bürgerstiftung bevorzugt dann, wenn in den Wänden jenes Hauses ein Dienst für die Allgemeinheit geschieht. Der Erhalt von Baudenkmälern ist dabei ein eher unübliches Förderobjekt. Dennoch bringt die Bürgerstiftung allein 40.000 Euro in den Topf für die Sanierung der Evangelischen Kirche im Herzen der Stadt ein. Das Geld ist zweckgebunden und soll die Sanierung von zwei der vier „Höllenhunde“ sicherstellen.

Die Quellen dieses Kapitals sind unterschiedlich. Kleine und große Beträge, Spenden und Stiftungen, Einzelbeiträge und regelmäßige Zahlungen gehen bei der Stiftung ein. Manche, die in ihrem Leben zu Wohlstand gelangt sind, verspüren irgendwann das Bedürfnis, etwas „zurückzugeben“ und legen dann einzelne Stiftungsfonds auf, die teils sogar Millionenbeträge für das Gemeinwohl sichern. Andere lassen sich monatlich laufende Beträge vom Konto abbuchen. Immer wieder beliebt ist es auch, bei Geburtstagsfeiern auf Geschenke zu verzichten und die Gäste stattdessen um Spenden für die Bürgerstiftung zu bitten.

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Hinter dem angelegten Stiftungskapital stehen derzeit 574 einzelne Stifterinnen und Stifter. Etwa 150 Gäste dürften es am Montagabend bei der diesjährigen Stifterversammlung gewesen sein.

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