Unnas Bürger können der Laubmassen mit Naturschutz Herr werden

dzLaubentsorgung

Viele Bäume haben ihre Blätter bereits verloren. Doch auf Gehwegen und am Straßenrand liegen immer noch Unmengen an Blättern. Ein Königsborner hatte eine kreative Idee, wie Anwohner des Laubes Herr werden.

Königsborn

, 03.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Wenn Michael Griesohn-Kluth mit seinem Fahrrad unterwegs ist, fühlt er sich aktuell nicht sicher. Es ist aber nicht der Autoverkehr, der zur Gefahr wird. Die Gefahr findet sich unten – in Form von nassem Laub. „Das ist einfach total rutschig“, sagt der Königsborner. Das Problem: Eigentlich dürften die Blätter dort gar nicht liegen. Anwohner schieben sie vom Gehweg in die Abwasserrinne, müssten das Laub aber eigentlich privat entsorgen oder in einen der von den Stadtbetrieben aufgestellten Körbe werfen.

Mit Problemen vertraut

Griesohn-Kluth ist mit diesen Problemen vertraut, sitzt er für Bündnis 90/Die Grünen als sachkundiger Bürger im Betriebsausschuss der Stadtbetriebe. „Eigentlich müssten die Menschen längst wissen, wie sie mit den Blättern umgehen müssen“, weiß Griesohn-Kluth, dass sich viele Menschen trotzdem nicht an die Regeln halten. Das, so sagt er, sei auch in Königsborn so.

Und so machte sich der Bürger Gedanken, wie eine Lösung aussehen könnte. „Ich wollte nicht Sheriff spielen und die Menschen an ihre Pflichten erinnern“, sagt Griesohn-Kluth. Und so entschied er sich für einen anderen Weg. Er wollte ein positives Beispiel geben und zeigen, wie jeder das Laub gut nutzen kann.

Positives Beispiel geben

Aus Abfallholz baute er ein Kompostsilo und stellte es in seinem Vorgarten auf – ganz nah am Gehweg. Sein Laub wirft er nun dort hinein. Der Behälter ist wahrlich nicht so groß, dass auch alle Nachbarn ihr Laub dort entsorgen könnten. Doch sie könnten seinem Beispiel folgen. So verschwindet nicht nur das Laub – und damit das Risiko, bei Unfällen haftbar gemacht werden zu können. Es entsteht auch ein neuer Lebensraum, der insbesondere im Winter gefragt ist.

Winterquartier für Igel

Ganz unten hat der Königsborner nämlich ein Brett weggelassen. Dadurch kann der Kompost zu einem Überwinterungsquartier für Igel werden. Noch laufen diese im Freien herum, weil die milden Temperaturen ihnen noch keine Lust auf den Winterschlaf machen. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich dort ein Igel eingraben wird“, sagt Griesohn-Kluth.

Der Kompost soll aber auch zum Lebensraum für Insekten werden, die aus dem Laub der Königsborner Bäume fruchtbare Erde machen. Und auch das sollen die Nachbarn sehen. „Ich werde auf dem Kompost im nächsten Jahr einen Kürbis anpflanzen. Dann sehen die Menschen, wie sie aus vermeintlichem Abfall noch einen Gewinn für sich selbst erzielen können.“ Griesohn-Kluth ist erfahren, was den Anbau von Gemüse angeht – und er weiß, dass der Kürbis gut gedeihen wird.

Workshop denkbar

Um auch nachhaltig einen Erfolg zu erzielen und andere Unnaer zu ermuntern, selbst ein hölzernes Kompostsilo zu bauen, denkt er schon an einen Workshop im nächsten Jahr. „Vielleicht finden sich ja Interessierte und Menschen, die auch altes Holz dafür zur Verfügung stellen könnten“, sagt Griesohn-Kluth.

Der Königsborner hofft, dass auch viele Kinder an seinem Kompost stehen bleiben werden. Deswegen hat er nicht nur den Leitsatz „Kompost ist Leben“ auf die oberste Holzlatte geschrieben, sondern auch einen Igel, eine Maus und einen Wurm darauf gemalt. Kinder, die wissen, dass solche Tiere im Kompost leben, entwickeln möglicherweise ein besonders feines Gespür für den Naturschutz. Und davon könnten dann auch noch ihre Eltern etwas lernen.

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