Die Lagerfläche für Autos und Teile gibt Strothmann auf seiner Internetseite mit 18.000 Quadratmetern an. Wer ein gebrauchtes Ersatzteil für seinen Wagen sucht, freut sich über die große Auswahl. Allerdings steht der große Warenbestand keineswegs für einen rentablen Geschäftsverlauf. © www.blossey.eu
Wirtschaft

Unnas ältester Schrottplatz geht in die Insolvenz

70 Jahre lang war Strothmann in Unna eine Anlaufstelle für alle, die ein älteres Auto reparieren oder zur Entsorgung geben wollten. Nun ist der größte Schrottplatz der Region ein Sanierungsfall.

Autoteile Strothmann zählt zu den festen Größen in der Geschichte des Automobils in Unna. Was umgangssprachlich als „Schrottplatz“ gilt, ist ein vielseitiges Verwertungskonzept für Fahrzeuge, die zu alt oder zu kaputt sind, um sie sinnvoll reparieren zu können.

Bereits 1951 nahm das Unternehmen seinen Betrieb auf – in einer Zeit, in der der Autokäufer in Unna die Auswahl hatte zwischen Volkswagen, Ford, DKW, Lloyd, Champion oder Borgward.

Nun, 70 Jahre nach diesen Anfängen, scheint der Betrieb in eine Krise geraten zu sein. Wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung hat das Amtsgericht Dortmund ein Insolvenzverfahren eröffnet über das Vermögen der Strothmann Autoteile GmbH und Co. KG. Den Antrag auf dieses Verfahren hat das Unternehmen offenbar selbst gestellt.

Strothmann zählt nicht nur zu den ältesten Autoverwertern in der Region. Nach eigenen Angaben ist er auch einer der größten. Auf über 18.000 Quadratmetern lagert das Unternehmen Altautos beziehungsweise ausgebaute Teile. Kunden können dort ein Auto zur Entsorgung geben, es reparieren lassen oder auch gebrauchte Teile für den eigenen Einbau kaufen. Auch jetzt scheint der Betrieb trotz der Insolvenzeröffnung erst einmal weiter zu laufen.

Rein äußerlich ist das Unternehmen gewachsen

Einen Teil der Entwicklung, die das Unternehmen in den zurückliegenden Jahren genommen hat, konnten die Unnaer leicht mitverfolgen, hat sich der Schrottplatz an der Schachtkuhle doch immer weiter ausgedehnt. Die Stadt Unna verlegte sogar einen Fahrradweg, weil der vormalige praktisch zur Zufahrt für das wachsende Betriebsgelände geworden war.

Ein Jahr mit einem besonders starken Wareneingang bereitete 2009 die „Abwrackprämie“. Weil zahlreiche Autofahrer teils gut erhaltene Gebrauchtwagen stilllegten, um die 2500 Euro Neuwagenzuschuss mitnehmen zu können, wussten die Autoverwalter die Wagen kaum noch unterzubringen. In Unna wurde unter anderem das stillgelegte Autohaus Horenkamp vorübergehend zur Lagerstätte für Alt-Autos.

Doch dieser Ansturm hat der Branche nicht eben gut getan. Einige kleinere Autoverwerter haben inzwischen den Betrieb eingestellt. Und Autoteile Strothmann muss nun bangen. Schon die Bilanzen der zurückliegenden Jahre zeigten eine alarmierende Tendenz: rote Zahlen, knappe Kassenbestände und wachsende Verbindlichkeiten. Trotz der großen Lagerbestände ist es nicht gelungen, das Unternehmen rentabel zu halten. Nun liegt es am eingesetzten Zwangsverwalter, Unnas größtem Schrottplatz neue Perspektiven zu eröffnen oder ihn abzuwickeln.

Über den Autor
Redaktion Unna
Verwurzelt und gewachsen in der Hellwegbörde. Ab 1976 Kindheit am Hellweg in Rünthe. Seit 2003 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Hat in Unna schon Kasernen bewacht und grüne Lastwagen gelenkt. Aktuell beäugt er das politische Geschehen dort und fährt lieber Fahrrad, natürlich auch auf dem Hellweg.
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Sebastian Smulka

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