Misshandeltes Vieh

Unnaerin (93) wütend über Tierquäler-Skandal: „Kann nicht mehr schlafen“

Der Skandal um misshandelte Tiere in Werne sorgt für Entsetzen, auch bei einer 93-jährigen Unnaerin. Sie stammt aus der Landwirtschaft und musste jetzt ihrer Wut Luft machen.
Im Rahmen des Tierquäler-Skandals in Werne sind verstörende Bilder wie dieses öffentlich geworden. © Soko Tierschutz e.V.

Wegen Vorgängen in einer Viehsammelstelle in Werne gibt es Ermittlungen und der Fall schlägt inzwischen hohe Wellen. Es geht um brutale Misshandlungen von Schlachtvieh, die bei vielen Menschen Entsetzen auslösen. Dazu gehört auch eine 93-jährige Frau aus Unna, die ihrer Wut jetzt Luft machen musste.

„Das lässt mir keine Ruhe“, sagte die Seniorin im Gespräch mit dieser Redaktion, nachdem sie die jüngsten Berichte gelesen hatte – teils mit Bildern, die zeigen, wie jemand mit einem Stock auf ein am Boden liegendes Rind einschlägt. Die Unnaerin ist spürbar aufgeregt. Sie möchte ihren Namen nicht öffentlich machen, aber deutlich ihre Meinung kundtun. Eine harte Bestrafung fordert sie für die Täter in diesem Fall.

Sie selbst berichtet von ihrem Leben in und mit der Landwirtschaft. „Ich bin im Kuhstall groß geworden.“ Ihr Vater war Melkermeister, die Familie lebte auf den Höfen, auf denen der Vater tätig war. Die heute 93-Jährige kann sich noch gut erinnern, wie man seinerzeit mit Tieren umging. „Wir haben die Kühe gestriegelt und gestreichelt. Niemals hätte bei uns jemand ein Tier geschlagen.“ Heute bricht der Seniorin die Stimme weg, wenn sie über den aktuellen Skandalfall spricht. „Ich kann nicht mehr schlafen deswegen.“ Ein Reim, den sie als Kind lernte, müsse heute noch genauso gelten: „Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie du den Schmerz.“

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