Unnaer will auf der Friedrich-Ebert-Straße wieder 50 fahren

dzPetition

Der Unnaer Sebastian Keil kämpft dafür, auf der Friedrich-Ebert-Straße zu 50 Stundenkilometern als Höchstgeschwindigkeit zurückzukehren. Er hat eine Online-Petition gestartet.

Königsborn

, 19.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Seit März 2019 gilt auf der Friedrich-Ebert-Straße in Königsborn Tempo 30 als erlaubte Höchstgeschwindigkeit. Die Maßnahme, die dem Lärmschutz dient, zeigt bei vielen Anwohnern offenbar Erfolg - auch, weil sich die allermeisten Autofahrer offenbar an die Tempo-30-Regelung halten. Unsere Redaktion erreichten mehrere Berichte, dass es an der Friedrich-Ebert-Straße tatsächlich deutlich ruhiger geworden sei.

Völlig anders bewertet allerdings der Unnaer Sebastian Keil die Situation. Er hat unter www.change.org eine Online-Petition gestartet, die sich an den Landesbetrieb Straßen NRW und die Stadt Unna richtet. Keil hat selbst lange an der Friedrich-Ebert-Straße gelebt, wohnt jetzt aber im Stadtzentrum. Betroffen ist er vor allem als Berufskraftfahrer, der die Straße regelmäßig passieren muss.

Dass das seit der Neuregelung deutlich länger dauert als früher, ist unbestritten. Viele Autofahrer machen diese Erfahrung täglich, einige haben sich womöglich sogar schon andere Wege gesucht.

„Regelung verschlechtert Verkehrsfluss“

In seiner Petition erklärt Keil zu der Tempo-30-Regelung: „Leider verschlechtert diese Umsetzung den schon vorher katastrophalen Verkehrsfluss zu kritischen Zeiten in Unna und führt eigentlich zu keiner zufriedenstellenden Lösung für alle Beteiligten. Vielmehr bremst er den Verkehr noch zusätzlich aus in Zeiten, in denen man gut durchkommt.“

Keil hält die Anordnung von Tempo 30 auf Landes-, Bundes- und Kreisstraßen für unzulässig und zitiert den Fachverlag Weka. Keil: „Weiter möchte ich anmerken, dass die Kamener Straße/Friedrich-Ebert-Straße bzw. B233 die einzige und durch die leider hohe Unfallfrequenz im Kamener Kreuz sowie Kreuz Dortmund-Unna notwendige Umfahrungsstrecke für die A1, A2 sowie die A44 durch Unna ist.“

Eine Bundesstraße ist die betroffene Strecke allerdings nicht: Die B233 aus Richtung Iserlohn endet am Autobahnzubringer im Unnaer Süden und nimmt erst in Höhe der A1 bei Kamen ihren weiteren Verlauf. Das Stück dazwischen ist eine Landesstraße: die L678.

Zweifel an Gutachten

Keil verweist in Sachen Lärmschutz auf den Flughafen Dortmund und erklärt, „dass direkt über diesem Gebiet die Einflugschneise zum Flughafen Dortmund ist und der dadurch entstehende Lärm durch eine solche Maßnahme auch nicht reduziert werden kann, ohne den Flugverkehr dort völlig einzustellen.“ Schon deswegen zweifele er die Glaubhaftigkeit des Gutachtens, auf das sich die Stadt Unna beziehe, an. Keil hält ein zweites Gutachten für erforderlich.

Lesen Sie jetzt

Hellweger Anzeiger Über einen ausgebauten Feldweg

Die neue Umgehungsstraße: So könnte sie nach Heeren-Werve führen

Meistgelesen