Unnas Mountainbiker wollen nach einer Ersatzfläche suchen

dzMTB-Strecken im Bornekamp

Strecken für Mountainbikes im Bornekamp will die Stadt nicht dulden. Der Vorsitzende des Umweltausschusses will den Aktiven helfen, bezieht aber auch klar Stellung zum Biken im „Bombentrichter“.

Unna

, 19.07.2019, 16:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Yannick Duwenbeck hat sich zuletzt ein Unnaer gefunden, der wieder einen Dialog zwischen Stadt und Mountainbikern anstoßen will. So attraktiv der sogenannte „Bombentrichter“ auf einem Teilstück des Bornekamps auch für Biker ist: In Person von Rolf Böttger, Leiter des städtischen Umweltbereichs, hat die Stadt Unna unmissverständlich klar gemacht, dass man die MTB-Strecken mit Rampen und anderen Hindernissen nicht tolerieren werde, weil sie in einem Landschaftsschutzgebiet liegen.

Auch Grünen-Politiker Björn Merkord vertritt als Vorsitzender des Umweltausschusses die Argumentation der Stadt. Er sagt aber auch: „Dieses Hase-und-Igel-Spiel bringt niemanden weiter.“ Bislang lief das Spiel so: Mountainbiker bauen ihre Strecken aus, die Stadt duldet es eine Weile und reißt dann ab. Dann beginnt das Spiel von vorne.

Jetzt lesen

Merkord ist aber auch der Meinung, dass man den Sportlern eine Alternative bieten muss. „Mir wäre ein Acker, den man fürs Mountainbiken pachtet, viel lieber. Das wäre sogar im Rahmen der Sportförderung denkbar und könnte über das Kinder- und Jugendbüro angeleitet werden“, sagt Merkord. Hier sei zunächst aber nicht die Stadt gefordert, sondern die Mountainbiker müssten aktiv werden und mögliche Flächen suchen.

Mountainbiker wollen nach alternativen Flächen suchen

„Das werden wir in den nächsten Wochen auch tun“, sagt Yannick Duwenbeck. Als Grünen-Mitglied liegt es nahe, dass er sich bereits mit Merkord ausgetauscht hat. Der wiederum bietet den Bikern an, den Prozess auf Ratsebene zu begleiten. Aber ob sich ein Landwirt finden würde, der seine Flächen für den Mountainbike-Sport hergibt?

„Der gemeine Landwirt verkauft seine Flächen auch für Gewerbegebiete. Und man sieht ja, was man in Unna als Sportler erreichen kann, wenn man ein Anliegen hat. Man kann ein Bürgerbegehren anstoßen und damit für viel Geld eine desolate Eishalle retten“, sagt Merkord.

Video
Mountainbiker im Bornekamp

Er sehe die Lösung in jedem Fall in einem alternativen Gebiet – „die Größe der Rampen, angeschlagene Schilder an Bäumen, angegrabene Wurzeln, die Entnahme von Lehmboden und eine angegriffene Humusschicht“, zählt Merkord Argumente auf, die dem Biken im „Bombentrichter“ entgegenstehen.

Statt eines Ackers eine bewaldete Fläche auf Unnaer Stadtgebiet zu finden – das wiederum hält der Vorsitzende des Umweltausschusses für schwer machbar: „Unna ist sehr waldarm und einen privaten Waldbesitzer werden wir nicht finden, der Strecken für Mountainbiker duldet.“

Merkords Aussagen stützen Zahlen der Landesstatistiker von IT.NRW: Unnas Fläche umfasst rund 8860 Hektar – nur fünf Prozent davon sind Wald. NRW-Städte ähnlicher Größenordnung weisen im Schnitt einen Waldanteil von rund 21 Prozent auf.

Biker wollen liefern und erwarten eine Reaktion der Stadt

Für Björn Merkord spricht auch ein weiterer Aspekt gegen Mountainbiken im Bornekamp: die Trockenheit. „Die Stadt ist in der Verkehrssicherungspflicht. Die Bäume sind so ausgetrocknet – im Moment muss man immer damit rechnen, dass was von oben runter kommt.“

Yannick Duwenbeck kann Merkords Argumente durchaus nachvollziehen. Positive Rückmeldungen – auch von Eltern, deren Kinder begeisterte Mountainbiker sind, bestärken ihn darin, sich für legale Strecken einzusetzen. „Wir müssen jetzt liefern, aber dann erwarten wir auch, dass man uns die Hand reicht und uns etwas gibt, mit dem wir arbeiten können.“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Autobahnbaustelle

Straßen NRW reißt Autobahnbrücke in Unna ab: Afferder Weg an der A1 wird halb gesperrt

Hellweger Anzeiger 365-Euro-Ticket

Bus und Bahn für einen Euro am Tag: Billig allein reicht nicht für die Verkehrswende

Meistgelesen