Unnaer kauft Schlagringe als Deko und zur Selbstverteidigung

dzGerichtsprozess

Als Deko für sein Kinderzimmer und zur „Selbstverteidigung“ kaufte ein Unnaer Schlagringe. Das bescherte ihm ein Verfahren wegen des Verbringens verbotener Gegenstände in die Bundesrepublik.

von Dirk Becker, Sylvia Mönnig

Unna

, 29.10.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Bei einem Online-Shop, der mit Discount-Preisen wirbt und vornehmlich Ware aus China verschickt, orderte ein 20-jähriger Mann aus Unna im Frühjahr zwei Schlagringe, die jedoch im Postzentrum entdeckt und sichergestellt wurden. Bei dem Kauf, so der Vorwurf, war ihm durchaus bewusst, dass es sich um verbotene Gegenstände handelte.

Vor dem Amtsgericht Unna räumte der Angeklagte das Ganze sofort ein und erklärte, ein Schlagring sei als „Anschauungsobjekt“ für sein Zimmer und der zweite zur Verteidigung gedacht gewesen sei, wenn er Freunde in Dortmund besuche und sich alleine in der Nordstadt aufhalte.

Zu Geldstrafe verurteilt

Die verbotene Bestellung kam ihn, der strafrechtlich zuvor noch nicht in Erscheinung getreten war, allerdings teuer zu stehen. Er wurde nach Jugendstrafrecht zu 300 Euro Geldbuße verurteilt. Falls er den Betrag nicht zahlt, so die Warnung des Jugendrichters, droht ihm Arrest.

Ein Schlagring ist eine Handwaffe. Durch die Ringe werden die Finger der Faust gesteckt. Schlagringe gelten als Schlagwaffen, weil sie bei Schlägen nicht in den Körper eindringen. Schlagringe sind in Deutschland verboten – ebenso wie in Österreich und in der Schweiz.

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