Unnaer greift bei Demo Polizisten an

13.08.2019, 18:02 Uhr / Lesedauer: 1 min

Unna. Gerade einmal vier Wochen, nachdem ein Mann aus der Türkei nach Unna geflohen war, nahm er am 4. November 2017 an einer Demonstration in Düsseldorf teil. Die Veranstaltung eskalierte, die Polizei musste eingreifen. Statt den Beamten Respekt entgegenzubringen, hatte der damals 18-Jährige mit einem Fahnenstock auf die Einsatzkräfte eingeschlagen und -gestochen. Zu Verletzungen kam es dabei nicht. Deshalb lautete ein Vorwurf im Jugendgericht des Amtsgerichts Unna versuchte Körperverletzung. Darüber hinaus hatte sich der Angeklagte wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und wegen Landfriedensbruchs strafbar gemacht. Urteil: eine Geldbuße von 500 Euro an den deutschen Kinderschutzbund. Im Gericht gab der Mann zu, an der Demonstration teilgenommen zu haben. Er sei ganz frisch in Deutschland gewesen und an einen Verein geraten, der ihm Hilfe versprochen habe, wenn er zu der Demonstration ginge. Also habe er es getan. Heute würde ihm das nicht mehr passieren: „Die Polizisten beschützen mich. Ich entschuldige mich.“ Auf die Beamten eingeschlagen habe er bei der Demo aber nicht. Vielmehr habe er Gas ins Gesicht bekommen und die Fahnenstange nur weggeworfen. Eine Aussage, die durch Bilder vom Tag des Geschehens widerlegt wurden. Diese zeigten den heute 19-Jährigen mit „unfreundlichem bis aggressivem“ Gesichtsausdruck, wie die Jugendrichterin feststellte. Ein Foto zeigte zudem eine eindeutige Ausholbewegung mit der Fahnenstange. Dazu hatte der Angeklagte nicht mehr viel sagen. Zu seinen Gunsten wertete das Gericht die Tatsache, dass es sich bei der Stange um ein leichtes Rohr handelte und niemand zu Schaden gekommen war. Wenn er noch einmal an einer Demonstration teilnehme, sollte er das friedlich, ohne Gewalt tun, mahnte die Richterin. Der Angeklagte nahm die Entscheidung des Gerichts an und ließ das Urteil sofort rechtskräftig werden.jape

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