Unnaer Flüchtlinge dürfen die Waschmaschinen benutzen

dzLösung in Massen

Zwei Jahre lang warteten die Waschmaschinen der Erstaufnahmeeinrichtung darauf, in Betrieb genommen zu werden. Nun ist eine Lösung für die Brandschutzprobleme gefunden. Sie ist sogar simpel.

Unna

, 29.11.2018, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Ratsfraktion der Linken in Unna rieben sich die Augen, als sie die Flüchtlingseinrichtung in der ehemaligen Landesstelle besuchten: Der Waschsalon, der vor zwei Jahren mit etwas Druck erkämpft worden war, ist noch immer nicht in Betrieb. Zehn Waschmaschinen und zwei Trockner stehen in Reih‘ und Glied, dürfen aber nicht benutzt werden - aus Brandschutzgründen, wie die Kommunalpolitiker von der Einrichtungsleitung erfuhren.

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Die öffentliche Rüge durch Linke-Fraktionschefin Petra Weber drang bis nach Arnsberg, erreichte die zuständige Bezirksregierung und hat nun etwas bewirkt. Ein sachverständiger Mitarbeiter der Behörde hat sich die Situation vor Ort angeschaut und eine Lösung gefunden, die nun kurzfristig umgesetzt werde, wie Pressesprecher Christoph Söbbeler mitteilte. Die Haushaltsgeräte werden einfach auf mehrere Gebäude verteilt. Das löst das Problem, dass durch den Betrieb zu vieler Geräte in nur einem Keller die Elektrik überfordert werden könnte. Und für die Bewohner werden die Wege zur nächsten Waschmaschine deutlich kürzer.

Flüchtlinge bleiben bis zu drei Wochen in Massen

Zurzeit liegt die Belegung der Massener Erstaufnahmerichtung bei etwa 300 bis 350 Flüchtlingen. In der Regel bleiben sie bis zu drei Wochen in der Erstaufnahmeeinrichtung, bevor ihnen eine längerfristige Bleibe zugewiesen wird. Da Flüchtlinge meist mit denkbar leichtem Gepäck unterwegs sind, bevor sie nach ihrer Ankunft in Deutschland mit gespendeten Textilien ausgestattet werden, ist regelmäßiges Wäschewaschen besonders wichtig. Bislang regelten die Bewohner dies von Hand im Waschbecken, obwohl es in einem Raum der früheren Landesstelle die neuwertigen Waschmaschinen gibt.

Behördensprecher bedauert Versäumnis

Behördensprecher Christoph Söbbeler äußerte großes Bedauern über die Problematik. In behördlich betriebenen Einrichtungen müssten alle Regeln, also auch die des Brandschutzes, korrekt eingehalten werden. Dass es in Massen-Nord so lange unterlassen wurde, eine letztlich so simple Lösung zu finden, ist Söbbeler erkennbar unangenehm. „Das war ein nicht ganz idealtypischer Ablauf“, erklärt er. Und: „Es hat in den beiden Jahren viele organisatorische und bauliche Veränderungen dort gegeben. Möglicherweise ist das Thema einfach etwas ins Hintertreffen geraten.“

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