Unnaer Bürger greifen selbst zu Geräten, um Straßen vom Schlamm zu befreien

dzNach dem Unwetter

Ein Unwetter hat am Freitagabend große Teile des Unnaer Ostens unter Wasser gesetzt. Am Tag danach griffen auch die Bürger zu Kehrgeräten und Hochdruckreinigern, um Straßen zu reinigen.

Unna

, 15.08.2020, 16:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein kräftiges Gewitter – nach heißen und schwülen Tagen empfinden das nicht wenige Menschen als einer willkommene Abkühlung. In Unnas Osten aber kam es am Freitag knüppeldick. Dort fiel so viel Wasser vom Himmel, dass Straßen und Wege unter Wasser standen.

Das Problem: Die meisten Felder sind abgeerntet – es gibt dort keine Pflanzen mehr, die den Regen halten und speichern. Und so suchte sich mit dem Regenwasser auch die Erde von den Feldern einen Weg durch die Dörfer. Am Tag nach dem Unwetter zeugen längst getrocknete Schlammspuren davon, wie stark es beispielsweise Stockum getroffen hat.

Lehm und Dreck flossen von den Feldern auf die Straßen. Viele Wassereinläufe waren verstopft.

Lehm und Dreck flossen von den Feldern auf die Straßen. Viele Wassereinläufe waren verstopft. © Dirk Becker

Weil der Dreck viele Wassereinläufe verstopfte, gelangte das Regenwasser erst gar nicht in die Kanalisation – es bildeten sich erst Pfützen und dann ganze Seen. Nicht nur in Stockum griffen die Anwohner kurzerhand selbst zu Kehrgeräten und Hochdruckreinigern. Dabei ging es ihnen aber nicht um das Aussehen ihres Dorfes. Vielmehr sollten vor allem die Wassereinläufe wieder frei werden; schließlich waren weitere heftige Gewitter angesagt – wieder mit Starkregen und Hagel. Auch die Stadtbetriebe waren im Einsatz.

Erinnerungen an das Unwetter 2012

Einige Stockumer Anwohner erinnerten sich an das letzte große Unwetter im Jahr 2012. Damals sei die Situation noch schlimmer gewesen. Diesmal wurden nach ersten Berichten zumindest die Keller der Häuser offenbar weitgehend verschont.

Auffällig war am Freitag zudem: Schon in Stockums Nachbardorf Lünern war die Situation deutlich entspannter – obwohl es am Freitag auch dort regnete. Offenbar hatten sich die Gewitterwolken kaum bewegt und den meisten Regen auf einem sehr begrenzten Raum fallen gelassen.

Feuerwehr mit 119 Kräften im Einsatz

Die Feuerwehr Unna war am Freitagabend insgesamt mit 119 Kräften im Einsatz. Bis 23.45 Uhr gab es laut Stadt-Pressesprecher Christoph Ueberfeld 34 Einsätze wegen des Unwetters. Der Schwerpunkt lag dabei allerdings nicht im Osten Unnas, sondern im Norden. Im Bereich Massen, Königsborn, Afferde wurden alleine 24 Einsätze gezählt, in den meisten Fällen wurden dabei Keller leergepumpt.

In Unnas Osten gab es sechs Einsätze, darunter einen wegen eines umgestürzten Baumes in Stockum. Die übrigen vier Einsätze verteilten sich über das restliche Stadtgebiet. Gegen 23.45 Uhr konnte die Feuerwehr die Zahl ihrer Einsätze dann deutlich reduzieren.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Raser und Tuner
Video und viele Bilder: Polizei stellt bei Großkontrolle mehrere getunte Autos sicher
Hellweger Anzeiger Bürgermeisterwahl
Schuon oder Wigant ins Bürgermeisteramt? Das empfehlen die anderen Parteien
Hellweger Anzeiger Pestalozzi-Gymnasium Unna
Elf Lehrer in Quarantäne nach Corona-Fall: Schüler nun abwechselnd im Distanzunterricht
Hellweger Anzeiger Kampagne zum Weltkindertag
Sexuelle Gewalt beschäftigt den Kinderschutzbund in Unna in vielen Beratungsgesprächen