Unna will Gassuche des RWE-Konzerns unterbinden

Fracking

Umweltpolitisch steht der RWE-Konzern oft in der Kritik. In Unna stößt der Mitgesellschafter der Stadtwerke mit einem aktuellen Projekt auf Widerstand.

Unna

, 26.11.2018, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Unna will Gassuche des RWE-Konzerns unterbinden

Allein für Probebohrungen müssen unübersehbare Anlagen in die Landschaft gesetzt werden wie hier in Herbern. Noch gravierender erscheinen der Stadt allerdings die möglichen Auswirkungen unter der Erdoberfläche. © www.blossey.eu

Die umstrittene Fördermethode des „Fracking“ ist Anlass für eine Kontroverse zwischen der Stadt und dem Energiekonzern. RWE ist Inhaberin einer Genehmigung für die Suche und Gewinnung von Gasvorkommen in einem Gebiet, das auch Unna berührt. Im Verfahren um eine Verlängerung dieser Genehmigung hat die Stadt Mitspracherecht; und im Einklang mit ihrer bisherigen Linie sagt sie kategorisch „Nein“.

Die Stadt ist zwar nicht die entscheidende Stelle, doch als potenziell betroffene Kommune wird sie von der Bezirksregierung Arnsberg angehört. Die Argumentation in der Antwort der Stadt ist konsequent: Weil für sie fest steht, dass sie auch konkrete Betriebspläne für eine Gewinnung von Gas mittels „Fracking“ ablehnen wird, sei es konsequent, auch die Suche nach entsprechenden Vorkommen zu unterbinden. Dies schütze letztlich auch die Unternehmen vor Fehlinvestitionen.

RWE ist Teilhaber der Unnaer Stadtwerke

Das frühzeitige „Nein“ hat Unna schon früher zu Erkundungsvorhaben für mögliche Gasvorkommen gesprochen. Nun allerdings trifft es einen Konzern, mit dem die Stadt an anderer Stelle zusammenarbeitet: Die Stadtwerke Unna sind zu 24 Prozent im Eigentum des RWE-Konzerns und zu 76 Prozent ein Unternehmen des Unnaer Stadtkonzerns WBU. Energiepolitisch verfolgen Unna und die RWE bisweilen unterschiedliche Ziele. Erst vor einigen Wochen brachte die Ratsfraktion der Bündnisgrünen in Unna erneut die Idee eines Rückkaufs der Stadtwerke-Anteile von der RWE auf die Agenda. Anlass dafür war die Auseinandersetzung um die Rodung des Hambacher Forsts für den Braunkohleabbau.

Bedenken am Abbau mit „Fracking“

Was den aktuellen Antrag der RWE Power AG bei der Bezirksregierung angeht, führt die Stadt eine Reihe von Bedenken gegen die Methode des „Hydraulic Fracturing“ an. Einige von ihnen sind grundsätzlicher Art, andere gewinnen durch die Besonderheiten im Boden unter Unna an Gewicht. Mittels „Fracking“ könnte unter Unna eventuell Methangas gewonnen sein, das an die noch vorhandenen Kohleflöze gebunden ist. Um das „Grubengas“ freizusetzen, würden Bohrlöcher unter hohem Druck mit einer Flüssigkeit aufgeweitet, die außer Wasser und Sand auch chemikalische Zusätze enthält. Mit Blick auf vorliegende Expertenstudien zeigt die Stadt auf Risiken für das Grundwasser und offene Gewässer durch die Fracking-Flüssigkeit, aber auch durch Schwermetalle, die aus dem Erdreich gelöst werden könnten. In einer Region, die ohnehin von Bergsenkungen betroffen ist, könne aber auch die Stabilität des Untergrundes leiden: Weitere Absackungen oder Erdbeben seien denkbar.

Die vorhandene Genehmigung von RWE läuft bis zum 6. April 2019, kann aber praktisch nicht angewandt werden, weil dafür ein zusätzlicher Betriebsplan aufgestellt werden müsste. RWE beantragt derzeit eine Verlängerung der grundlegenden Genehmigung bis zum 6. Oktober 2020.

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