Unna und Waalwijk seit 50 Jahren Städtepartner

dzPartnerschaftsjubiläum

Mit sechs Städten unterhält die Stadt Unna eine Städtepartnerschaft. Die ältesten Bande reichen in die Niederlande. Das 50-jährige Bestehen rückte dennoch in den Hintergrund.

Unna

, 07.12.2018, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Jahr 1968 war in vielerlei Hinsicht prägend und ist bis heute in aller Munde. In Unna jedoch aus zwei Gründen: Zum einen wurde in diesem Jahr die kommunale Neuordnung vollzogen und die Alt-Stadt Unna wuchs um die umliegenden Gemeinden, zum anderen wurde die erste Städtepartnerschaft eingegangen: mit Waalwijk in den Niederlanden.

Beide Anlässe wurden am Freitagnachmittag im Ratssaal mit einem Festakt begangen, wobei die Stadt Unna den Schwerpunkt trotz Anwesenheit der niederländischen Freunde und Unterzeichnung eines lange vorbereiteten Partnerschaftsvertrags eindeutig auf die Erinnerung an die kommunale Neuordnung legte. „Es ist schwer, da den Bogen zur Partnerschaft zu schlagen“, musste sogar Festredner Wolfram Kuschke, einstiger Minister für Bundes-, Europaangelegenheiten und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen unter dem Gelächter der anwesenden Festgäste am Ende seiner Laudatio eingestehen. Vielleicht klang seine Erklärung dann auch deshalb etwas konstruiert: „Man braucht als Stadt eine gewisse Größe und ausgeprägte Verwaltungsstrukturen, damit Städtepartnerschaften funktionieren können.“

Ein verbaler Schlag ins Gesicht all derjenigen Anwesenden, die in ehrenamtlichen Funktionen in Vereinen, Organisationen, in Schulen oder im Rahmen von Bürgerreisen die niederländische Partnerstadt aufsuchten, um im direkten Kontakt mit den Menschen den Sinn von Städtepartnerschaften auszuleben.

Das, so erinnerte Unnas Bürgermeister Kolter, sei ursprünglich der Hintergedanke gewesen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sei es eine wichtige Frage gewesen, wie man die eigene Rolle in Europa definieren wollte. „Wie sollte man mit unseren Nachbarn, die auch und unter der deutschen Besatzung gelitten hatten, umgehen?“ Getrieben vom Aussöhnungsgedanken hätte man in Unna die Städtepartnerschaft mit Waalwijk geschlossen und kurze Zeit später die mit Palaiseau in Frankreich. „Traditionell sind das unsere stärksten Partner“, sagte Kolter. Diskussionen mit Schülern hätten auch erst jüngst wieder gezeigt, wie wichtig diese Partnerschaften seien. „Es gab viel Unterstützung, weiterzumachen, aber anders“, sagte Kolter. Dabei soll der nun geschlossene Vertrag helfen, worauf auch Waalwijks Bürgermeister hofft. „Freundschaft kann nur aktuell und erhalten bleiben, wenn man sie immer wieder erneuert“, sagte Nol Kleijngeld. „Und in Fragen des Unternehmertums, der Jugend und der Innovationen könnten sich beide Städte gegenseitig helfen.“

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