Unna und sein Kino leuchten orange als Zeichen gegen Gewalt an Frauen

dzZonta Club

Mehr Licht gegen die Gewalt gegen Frauen und Mädchen machte am Montag der Zonta Club Hamm/Unna. Die Aktion „Orange your City“ wurde diesmal durch eine Filmvorführung im Kinorama Unna ergänzt.

von Sebastian Pähler

Unna

, 26.11.2019, 15:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Orange leuchteten am Montag viele Gebäude, in Unna und im ganzen Land. Anlass war der „Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ und die damit verbundene Aktion „Orange your City“ – „Mach deine Stadt orange“ des Serviceclubs Zonta International. In diesem Jahr ergänzte der Zonta Club Hamm/Unna die Aktion außerdem mit einer besonderen Filmvorführung im Kinorama Unna. Mit einem Film über die US-amerikanische Juristin und Frauenrechtlerin „Ruth Bader Ginsburg“ setzte die Gruppe ein starkes Zeichen gegen die Ungleichbehandlung von Frauen.

Erschreckende Zahlen zu Gewaltopfern

In unserer liberalen und aufgeklärten Gesellschaft entsteht schnell der Eindruck, dass es vielleicht hier und da noch kleine Probleme gibt, dass wir die großen gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten aber längst überwunden haben. Dass dem durchaus nicht so ist, zeigen aber die Zahlen. 2018 gab es allein in Nordrhein-Westfalen 80.000 Opfer von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, berichtete Helga Schmitz-Corall bei ihrer Begrüßung im Kinorama. „Seit vielen Jahren versuchen wir diese Thematik mehr in den Blick der Öffentlichkeit zu bringen“, so die Präsidentin des Zonta Clubs Hamm/Unna.

Einnahmen aus Kinovorführung für Frauenhäuser

In ganz Deutschland sei es jede dritte Frau, die Opfer von Gewalt wird. Dass der von der Bundesregierung am gleichen Tag vorgestellte Pakt „Stärker als Gewalt“ betroffenen Frauen mehr Unterstützung zusichert und vor allem neue Frauenhausplätze schaffen will, begrüßte Schmitz-Corall sehr. Dass die Einnahmen aus der Sondervorführung des Kinos für die Frauenhäuser in Unna und Hamm genutzt werden sollen, passt dazu.

Unna und sein Kino leuchten orange als Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Die Frauen des Zonta-Clubs Hamm/Unna hatten zu einer Benefizveranstaltung im Unnaer Kino eingeladen. © Udo Hennes

Ein Ziel: Kinderehen abschaffen

Im 100. Jahr seines Bestehens hat Zonta zudem aber auch internationale Ziele formuliert. So will man Kinderehen verhindern und beseitigen. „Bis 2030“, so die Präsidentin, „sollen sie weltweit abgeschafft sein. Sehr ehrgeizig ist das Ziel, aber wir arbeiten auch hart daran“.

Für die Gerechtigkeit

Als „Hexe“, „Übeltäterin“ und „Monster“ ist Ruth Bader Ginsburg von ihren Gegnern in Politik und Justiz betitelt worden. Die Juristin selbst stellte allerdings fest: „Ich fordere keine Bevorzugung unseres Geschlechts. Ich verlange nur, dass unsere Brüder ihre Füße von unserem Nacken nehmen.“ Seit den 1950er-Jahren hat sich die spätere Richterin am U.S. Supreme Court gegen die Ungleichbehandlung von Frauen eingesetzt. Im Dokumentarfilm „Ein Leben für die Gerechtigkeit“ wurden ihre Karriere und ihr Kampf eindrucksvoll nachgezeichnet. Rund 60 Zuschauer, überwiegend aber nicht nur Frauen, staunten über das Leben Bader Ginsburgs.

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