Unna treibt die Digitalisierung an den Schulen voran

dzSchulen in Unna

Nicht nur angesichts der Corona-Pandemie werden Rufe nach einer schnelleren Digitalisierung an den Schulen immer lauter. Sie soll auch Home-Schooling erleichtern. Die Stadt Unna bekommt nun neue Spielräume.

Unna

, 22.09.2020, 16:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Unna treibt die Digitalisierung an ihren Schulen voran. In der vergangenen Woche erreichte ein Zuwendungsbescheid in Höhe von 596.349 Euro die Stadtverwaltung. Damit werden im Rahmen des Digital-Pakts I 78 sogenannte I3-Boards angeschafft. Diese Präsentationsmedien sind Multimedia-Tafeln – also Computer, Beamer und Schreibfläche in einem. Der städtische Eigenanteil beträgt 66.261 Euro.

IT-Struktur soll verbessert werden

Der Digital-Pakt I sieht grundsätzlich die Verbesserung der IT-Struktur an Schulen vor. Dazu gehören der Aufbau oder die Verbesserung der digitalen Vernetzung in Schulgebäuden und auf Schulgeländen. Weiterhin soll das schulische W-LAN verbessert werden. Da aber alle Unnaer Schulen schon mit Breitband ausgestattet sind, liegt die Priorität derzeit in der Ausstattung der Schulen mit Endgeräten.

„Für einen modernen Unterricht sind eine zeitgemäße, digitale Infrastruktur und Ausstattung, ein leistungsfähiger Breitbandanschluss ebenso notwendig wie Lehrerinnen und Lehrer, die mit dienstlichen Endgeräten ausgestattet und im Umgang mit digitalen Medien qualifiziert sind“, sagt die zuständige Beigeordnete Kerstin Heidler. Heidler hatte schon in der Vergangenheit erklärt, Unna dürfe seine gute Position bei der Digitalisierung an Schulen im Vergleich mit anderen Städten nicht einbüßen.

Medienentwicklungsplan als Grundlage

Grundlagen der Antragstellung für die Digital-Pakt I-Mittel sind der Medienentwicklungsplanung 2019-2023 für die Schulen der Kreisstadt Unna (MEP) sowie die Medienkonzepte der Schulen. Die Grundschulen haben ein einheitliches Medienkonzept erarbeitet, das eine Aufstockung mit insgesamt 78 interaktiven Anzeigetafeln vorsieht, die zahlenmäßig unterschiedlich auf die elf Grundschulen der Kreisstadt verteilt werden sollen, mit dem Ziel, alle Klassenräume der Grundschulen auszustatten.

Die weiterführenden Schulen erarbeiten aktuell das sogenannte technisch pädagogische Einsatzkonzept (TPEK) aus dem Antrag zum Digital-Pakt NRW. Ohne dieses TPEK ist eine Förderung nicht möglich. Die Schulen sollen darin ihre technischen Bedarfe benennen und pädagogisch begründen. Außerdem muss geklärt sein, wie das Kollegium für die Nutzung der angeschafften Technik pädagogisch qualifiziert werden kann. Hier müssen der Ist-Zustand der digitalen Ausstattung sowie die angeforderten Geräte in Anzahl und Modell aufgeführt werden.

Digitale Endgeräte für Schüler und Lehrer

Im Rahmen des Digital-Pakt II – „Anschaffung von schulgebundenen mobilen Endgeräten (Laptops, Notebooks und Tablets) für Schülerinnen und Schüler mit Bedarf zum Ausgleich sozialer Ungleichgewichte – werden 954 Endgeräte angeschafft. „Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Pandemie und der Notwendigkeit zum Distanzunterricht ist diese Anschaffung dringend erforderlich“, sagt Kerstin Heidler.

IPads, SurfaceGo und Dell-Rechner sollen in Kürze gekauft werden. Der Zuwendungsbescheid des Landes NRW in Höhe von 429.575 Euro liegt ebenfalls vor, die Stadt trägt einen Eigenanteil von 47.700 Euro.

Von einer flächendeckenden Versorgung aller Schüler mit digitalen Endgeräten ist Unna aber wie andere Kommunen noch relativ weit entfernt. Als Vorbild gilt die Werner-von-Siemens-Gesamtschule in Königsborn, wo jede Schülerin und jeder Schüler digitale Endgeräte nutzten kann – auch dank der großen Unterstützung durch die Eltern.

Zudem finanziert das Land NRW die Anschaffung von über 635 Endgeräten (317.500 Euro) für Lehrerinnen und Lehrer.

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