Kein Bier trinken, trotzdem zahlen: Stammgäste helfen Gaststätte in der Corona-Krise

dzRestaurant L‘Incontro

Kein Bier trinken aber trotzdem bezahlen: Stammkunden wollen ihrer Gaststätte durch die Corona-Krise helfen. Die Aktion eines Kegelclubs in Unna zeigt, wie groß derzeit Solidarität sein kann.

Unna

, 03.04.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

60 Gäste hätten normalerweise im Restaurant L‘Incontro Platz. Nana und Franco Convenga führen den Betrieb am Kessebürener Weg seit 20 Jahren. Und derzeit ist er zwangsläufig leer. Eine Aktion eines Kegelclubs hat das Wirtepaar aber nun gerührt: Die Kegler können im Moment nicht kegeln, zahlen aber trotzdem.

„Freunde der Nacht“ kegeln sonst jeden Monat

Die „Freunde der Nacht“ besuchen alle vier Wochen die Gaststätte, um zu kegeln. „Sie kommen schon seitdem wir hier sind“, sagt Nana Convenga. 17 Leute seien es zu Anfang gewesen, inzwischen bestehe der Club noch aus zehn Personen. Und sie alle seien ihr ans Herz gewachsen, wie ihre anderen Stammkunden, sagt die Wirtin.

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Geldbrief als Zeichen der Solidarität

„Das ist hier wie eine große Familie. Die Leute sollen sich bei uns wie zuhause fühlen.“ Sie begrüße Freunde und Gäste gern herzlich. Eine Umarmung sei eine Selbstverständlichkeit für sie. „Jetzt geht das natürlich nicht mehr.“

Und jetzt müssen auch die „Freunde der Nacht“ wie alle Gäste zuhause bleiben. L‘Incontro liefert täglich bestellte Speisen aus, das geht. Die Gaststätte darf aber wegen der Corona-Einschränkungen niemanden am Tisch bewirten. Da brechen nun Umsätze weg.

„Ich glaube, wenn diese Krise vorbei ist, werden viele Beziehungen zwischen Menschen noch enger sein als vorher.“
Wirtin Nana Convenga

Der Kegelclub übergab dem Wirtepaar nun einen kleinen Umschlag mit einer handgeschriebenen Notiz und Geld darin. Es sei in etwa die Summe, die die Gruppe an ihrem März-Kegelabend für Speisen und Getränke ausgegeben hätte - gespendet als Solidaritätsbeitrag. „Das ist eine tolle Überraschung“, sagt Nana Convenga.

Die ganze Welt eine Baustelle

Sie und ihr Mann hätten immer schon viel Freundlichkeit und Hilfe von Gästen und Nachbarn erfahren. Und das sei besonders in dieser Zeit zu spüren. „Ich glaube, wenn diese Krise vorbei ist, werden viele Beziehungen zwischen Menschen noch enger sein als vorher.“

Sie erinnert sich gut an die neunmonatige Phase vor ein paar Jahren, als der Kessebürener Weg umgebaut wurde. Die Baustelle hatte es dem Betrieb schwer gemacht. Auch während jener Zeit seien es die treuen Stammkunden gewesen, die L‘Incontro nicht im Stich gelassen hätten. „Und jetzt ist die ganze Welt eine Baustelle“, sagt die Wirtin mit Blick auf das Coronavirus.

Die Solidaritätsaktion des Kegelclubs scheint ihr generell Hoffnung zu geben, dass es trotz des Coronavirus weitergehen wird. „Da draußen, das ist eine Katastrophe. Aber mein Herz macht das nicht kaputt.“

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