Unna lässt bis zu 9400 Gullydeckel „aufbohren“

dzNach Überflutung

Verstopfte Gullys haben am vergangenen Wochenende viele Straßen in Unna unter Wasser gesetzt. Nun lässt die Stadt alle Einläufe reinigen. Der Bürger muss ein wenig mitdenken.

Unna

, 13.12.2018, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Weg des Wassers ist eigentlich vorgegeben: Was auf die Fahrbahn einer Straße fällt, fließt zur Seite in den Rinnstein und bergab zum nächsten Gully, um durch diesen Sinkkasten in den Kanal zu geraten. Am vergangenen Wochenende aber herrschte vielerorts Stau. Zwölfmal musste die Feuerwehr im kräftigen Regen ausrücken, weil Straßen oder Unterführungen unter Wasser standen. Das Problem - und die Lösung - war überall identisch. Laub hatte die Gullys zugesetzt, sodass das Wasser nur sehr verzögert hindurchsickern konnte. Die Feuerwehr zog die Gullydeckel heraus, stocherte die Verstopfung los und sah das Wasser dann rasant abfließen.

Bitte an Autofahrer: Nicht über Gullys parken

Nach diesen Nothilfemaßnahmen der Feuerwehr läuft nun die reguläre Reinigung der Sinkkästen an. Eine Firma aus Unna fährt mit dem Pritschenwagen die Straßen ab, öffnet jeden Gully und reinigt ihn. Die Chancen, bei einer Autofahrt durch Unna einmal hinter diesem Wagen stehen bleiben und warten zu müssen, sind recht hoch. 9400 Einläufe hat die Firma dieser Tage zu inspizieren und zu reinigen.

Außer Verständnis für die langsam durch Unna rollende Reinigungstruppe können die Unnaer aber noch etwas tun, damit Überflutungen künftig wieder auszuschließen sind. Wer sein Auto auf der Fahrbahn einer Straße parkt, sollte keinen Gully zustellen. Die Reinigungsmannschaft könnte an dieser Stelle ihre Arbeit nicht machen und müsste gegebenenfalls später einen neuen Versuch unternehmen.

Die Einläufe saßen teils randvoll

Dabei ist der Auftrag an die Firma keine Reaktion auf die Überflutungen am Wochenende. Die Stadt lässt die Sinkkasteneinläufe sogar zweimal jährlich reinigen. Den Herbsttermin legt sie bewusst so spät, dass kein weiterer Laubfall von den Bäumen für neue Verstopfungen sorgen kann. Dass es am zurückliegenden Wochenende zu so vielen zeitweiligen Überflutungen kam, dürfte aber mit dem Wetter zusammenhängen. Auch in den Herbstwochen hat es vergleichsweise wenig Regen gegeben. Laub, das sonst vielleicht immer wieder einmal vom Regen in die Kanäle gespült worden wäre, konnte sich in den Sinkkästen ansammeln. Einige Gullys wirkten zuletzt wie vollgestopfte Laubkörbe. Am Wochenende des 2. Advents kam der Regen dann so kräftig, dass es freie Rohre gebraucht hätte, die plötzlichen Wassermassen schnell genug abzuführen.

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