Unna könnte Anschluss an den RS1 verpassen

dzHaarscharf vorbei

Der geplante Radschnellweg Ruhr (RS1) findet als Zukunftsprojekt weltweite Beachtung. Unna indes könnte knapp den Anschluss verpassen, befürchten die Bündnisgrünen, die nun Alarm schlagen.

Unna

, 28.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Dass Unna zu den Anrainern des RS1 gehören soll, steht fest und hat in der Stadt zunächst ein positives Echo ausgelöst. Doch der Teufel steckt im Detail – wie sehr, das hatte zuletzt ein Workshop zum Bahnhof in Königsborn gezeigt. Eine prominent und bunt besetzte Arbeitsgruppe entwickelte Perspektiven, wie der historische Bahnhof zum Knotenpunkt von Rad-, Bus- und Schienenverkehr werden könnte. Allerdings kranken derlei Konzepte daran, dass die RS1-Trasse auf der falschen Seite der Gleise herführt.

Wartende am Bahnsteig und Radfahrer auf dem RS1 könnten sich in Königsborn zwar zuwinken, aber nicht die Hand reichen. Denn zwischen ihnen lägen die Schienen als Barriere. Dies schränkt nicht nur die Pläne für den Knotenpunkt am Bahnhof Königsborn ein, warnen nun die Bündnisgrünen in einem Schreiben an den Bürgermeister. Letztlich seien größere Teile Unnas und die Bildungseinrichtungen in Königsborn nicht richtig an die Trasse des Radschnellweges angebunden.

Dass sich die Ratsfraktion erst jetzt an die Spitze der Stadtverwaltung wendet, hat mit dem Scheitern einer erhofften Lösung zu tun. Die Arbeitsgruppe für die Entwicklung des Königsborner Bahnhofes hatte im Beisein von Vertretern der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft über einen ebenerdigen Bahnübergang direkt am Bahnhofsgebäude diskutiert. Im Nachgang allerdings hieß es von der Gesellschaft, die von der Bahn und dem Land NRW gemeinsam getragen wird, dass es für diesen Übergang wohl keine Aussichten auf Verwirklichung gebe.

Damit ist für die Grünen nun der Punkt gekommen, über einen „Plan B“ nachzudenken. Ihr Schreiben an den Bürgermeister beinhaltet auch einen Katalog von Fragen, die die Ratsfraktion am liebsten in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehrsplanung am 19. September beantwortet bekäme. Welche Anschlussvarianten es für den RS1 zum Süden Königsborns und zur Innenstadt gibt, falls sich kein Bahnübergang verwirklichen ließe, ist eine zentrale Frage. Aber auch weitere Anschlüsse etwa an den Siedlungsbereich Massen oder an den nahegelegenen Alleenradweg Königsborn-Bönen-Welver wollen die Grünen prüfen lassen.

Verlässlichste Quelle zum RS1 ist derzeit die Machbarkeitsstudie des RVR aus dem Jahr 2014. Sie beschreibt eine Trassenführung, die entlang der S-Bahn von Dortmund über Massen nach Königsborn führt, dann durch die Zechensiedlungen im Norden Königsborns zur Klöcknerbahntrasse führt, die mit den Baustandards des RS1 ertüchtigt werden soll. Allerdings erweist sich das Planwerk als schwierig umzusetzen. Eine Umsetzung im Unnaer Stadtgebiet ist in der Machbarkeitsstudie ab 2018 vorgesehen. Tatsächlich verzögert sich der RS1 im Ganzen, weil er als Landesstraße beziehungsweise Landesradweg gilt und ein kompliziertes Planfeststellungsverfahren nötig ist.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Trinkhallen

Wenn der Kiosk in Unna nicht zum Denkmal werden soll, muss er vegane Süßigkeiten anbieten

Hellweger Anzeiger Weinfreunde vom Hellweg

Halbtrocken bis feinherb: Weinfreunde erkunden die überraschende Vielfalt des Messweins

Meistgelesen