Unna hat endlich einen Klimamanager

dzUmweltschutz

Mit dem 30-jährigen Thomas Heer aus Detmold hat die Stadt Unna ab Oktober einen Klimaschutzmanager. Und der studierte Geograf geht bei der CO2-Bilanz mit gutem Beispiel voran.

Unna

, 13.08.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was die CO2-Bilanz der Stadtverwaltung angeht, dürfte sich der Berufsstart von Thomas Heer am 1. Oktober direkt bemerkbar machen: Unnas neuer Klimaschutzbeauftragter wohnt in Dortmund. „Da kann ich wunderbar mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, wenn das Wetter mitspielt“, kündigte der 30-Jährige bei seiner Vorstellung durch die Stadtverwaltung jetzt an. Doch allein aufs Fahrradfahren möchte er sich und seine künftigen Aufgaben natürlich nicht reduziert wissen.

Jetzt lesen

Thomas Heer kennt sich aus mit Klimaschutz in Städten: Bereits während seines Geografie-Studiums in Marburg arbeitete er für den Landkreis Marburg-Biedenkopf und damit für einen Landkreis, der deutschlandweit als Vorreiter in Sachen Klimaschutz gilt. „Dort gibt es die höchste Bioenergiedorf-Dichte in ganz Deutschland“, sagt Heer. Ein Bioenergiedorf deckt seinen Energiebedarf (Strom und Wärme) mindestens zu 50 Prozent aus regional erzeugter Bioenergie. Das geht nur, wenn man die Bürger aktiv einbindet - und genau das will Thomas Heer auch in seiner Arbeit in Unna tun.

„Begeisterung zu wecken, das ist der einzige Weg, die Menschen zu einem klimabewussten Lebensstil zu bewegen.“
Thomas Heer, ab Oktober Unnas Klimaschutzbeauftragter

Zwei Jahre Erfahrung als Klimamanager

„Begeisterung zu wecken, das ist der einzige Weg, die Menschen zu einem klimabewussten Lebensstil zu bewegen“, sagt Thomas Heer, „es bringt gar nichts, immer mit dem Zeigefinger zu wedeln.“ Der 30-Jährige weiß, wovon er spricht: Zwei Jahre hat er bereits als Klimamanager in der 14.000-Einwohner-Gemeinde Schermbeck im Kreis Wesel gearbeitet- dafür brach er sein Geografie-Masterstudium ab. „Das geschah ganz bewusst, denn das war mir viel zu theoretisch, ich wollte endlich in die Praxis.“

Idee: Ein „Runder Tisch Klimaschutz“

Genau diese Praxis dürfte sein entscheidender Vorteil gegenüber den anderen 32 Bewerbern gewesen sein, die sich auf die zu 90 Prozent mit Bundesmitteln geförderte Stelle in Unna beworben hatten. „Thomas Heer bringt bereits viel Erfahrung in Dingen mit, die wir in Unna angehen wollen“, sagt Rolf Böttger, Leiter des städtischen Umweltamtes und verweist beispielhaft auf die Idee eines „Runden Tisches Klimaschutz“. Einen solchen hat Thomas Heer bereits in Schermbeck initiiert.

Noch bis Ende September arbeitet Heer in Schermbeck, zum 1. Oktober tritt er dann seine Stelle als Klimaschutzbeauftragter in Unna an. Ausgelegt ist seine Stelle zunächst auf zwei Jahre, länger bleiben könnte er sich durchaus vorstellen, denn: „Ich würde gerne mal über den RS1 zur Arbeit radeln.“ Die Bauarbeiten für den Radschnellweg haben zumindest vor seiner Haustür in Dortmund schon begonnen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt