Unna fällt nur da, wo es wirklich nötig ist

dzBaumschutzkommission

Naturschützer betonen die Bedeutung von Stadtbäumen für das Mikroklima. Mit Erfolg: Die Stadt Unna muss zwar drei Bäume fällen – wenn Anwohner über Dreck klagen, ist das aber kein Grund.

Unna

, 11.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Jeder Stadtbaum ist ein Teil der grünen Lunge Unnas. Deswegen setzt sich die Baumschutzkommission dafür ein, Bäume zu erhalten, wo immer das möglich ist.

Im Umweltausschuss wurde jetzt deutlich, dass es aber auch gute Gründe geben kann, Bäume zu fällen. Die Stadtwerke Unna etwa haben die Entfernung eines Baumes am Hallohweg beantragt, weil dort eine neue Gasstation errichtet werden soll. Für den gefällten Baum wird Ersatz gepflanzt.

Zwei Bäume an Schulen stellen Gefahr dar

Krank beziehungsweise abgestorben sind zwei Bäume an der Schillerschule und der Sonnenschule in Massen. Sie müssen gefällt werden, weil sie sonst zur Gefahr werden.

So wertvoll Totholz als Lebensraum in Wald und Flur ist, so riskant ist es in der Stadt. Herabfallende Äste könnten Menschen oder Fahrzeuge treffen und zu Unfällen führen. Die Stadt muss also ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen.

Lob für die Verwaltung

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Charlotte Kunert, die sich schon 2018 für den Erhalt von Bäumen an der Schillerschule eingesetzt hatte, lobte die Verwaltung dafür, dass dennoch viele Bäume dort stehen bleiben können, die von einer Fällung bedroht waren: „Da hat die Verwaltung gute Alternativen gefunden.“

Auch am Schulzentrum Nord (2 Linden) und an der Peter-Weiss-Gesamtschule (3 Hainbuchen) können Bäume stehen bleiben, die eigentlich für neue Fahrradabstellanlagen hätten weichen sollen. Nach Gesprächen mit den jeweiligen Schulleitern wurden aber alternative Flächen für die neuen Fahrradständer gefunden.

Anwohner scheitert mit Anfrage

Abgelehnt wurde der Antrag eines Anwohners, die Krone eines Ahorns im Bereich Ahornstraße/Lärchenweg deutlich einzukürzen. Er hatte über Verschmutzung durch Samenfall geklagt.

Die Baumschutzkommission hatte empfohlen, dem Wunsch nicht nachzukommen. Zwar werde durch eine Kronenreduzierung der Samenanteil reduziert, allerdings handele es sich nur um eine vorübergehende Erscheinung, weil die entfernten Kronenteile nachwachsen würden.

Rückschnitt keine Lösung für das Problem

Zudem würde der Baum geschwächt und seine Lebenserwartung verkürzt. Die Baumschutzkommission sieht aber auch einen ganz praktischen Grund: Weil es durch den Samenflug von Bäumen, die in der unmittelbaren Nähe stehen, weiterhin zu Verschmutzungen komme, habe ein Einkürzen der Baumkrone nicht den gewünschten Erfolg.

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