Auch die Buche an der Post ist nicht mehr zu retten

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Unna verliert ein weiteres Naturdenkmal: Die Blutbuche an der Post ist auf Dauer nicht mehr zu halten. Sie soll in Kürze gefällt werden. Der Kreis Unna bietet immerhin ein Trostpflaster an.

Unna

, 07.11.2019, 12:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vielleicht ist sie der schönste Baum in der Innenstadt, ganz sicher aber der größte: Die Blutbuche vor der alten Post ist ein imposantes Schmuckstück. Bald wird man sagen müssen, dass sie es einmal war. Innerhalb der beiden kommenden Wochen soll sie gefällt werden.

Der Kreis Unna hat dies beschlossen und dem Grundeigentümer des Postgebäudes eine entsprechende Anweisung erteilt. Der Baum ist geschädigt, leidet an der Buchenkomplexkrankheit. Mehrfach haben sich Äste und Rindenstücke gelöst. Die Sicherheit der Fußgänger ist gefährdet.

Sicherheitsbedenken erklären auch die Kurzfristigkeit der Fällanweisung: Wenn Unna ab 25. November den Weihnachtsmarkt feiert und tausende von Besuchern in die Innenstadt strömen, soll von dem Baum keine Gefahr ausgehen. Leicht gemacht habe man sich diese Entscheidung jedoch nicht, betont Kreissprecher Max Rolke.

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„Dieser Baum wird eine Lücke hinterlassen. Den Kollegen blutet wirklich das Herz“, sagt Rolke. Mit der Fällanweisung habe der Kreis dem Grundeigentümer auch das Angebot unterbreitet, eine Nachpflanzung zu finanzieren. Bis diese Pflanzung dann eine ähnliche Wirkung entfaltet wie die derzeitige Buche, werden aber vermutlich Generationen vergehen.

Wie alt genau die Blutbuche an der Post ist, ist gar nicht bekannt, wird sich aber nach der Fällung anhand der Jahresringe im Stamm nachzählen lassen. Als Naturdenkmal erfasst hat sie der Kreis bereits vor über 30 Jahren.

Gefällt wird die Buche an der Post in Unna aus Sicherheitsgründen

Ein Sorgenkind der Baumsachverständigen im Kreishaus ist der Baum schon seit geraumer Zeit. Die Buche wurde regelmäßig kontrolliert, und geschädigte Äste wurden vorsorglich entfernt. Nun allerdings hat der Baum einen Punkt erreicht, an dem solche Sicherungsmaßnahmen nicht mehr reichen. „Vor einiger Zeit ist schon einmal ein Ast abgebrochen und herausgestürzt. Die Standsicherheit ist nicht mehr gewährleistet, die Verkehrssicherheit in der Innenstadt bedroht“, erklärt Behördensprecher Max Rolke.

Nach der Notfällung am Verkehrsring auf Höhe der ehemaligen Katharinenschule im vergangenen Winter verliert Unna eine weitere große Buche in der Innenstadt. Die Buchenkomplexkrankheit hat in der Region zunehmende Verbreitung. Sie fällt am Baum durch eine Reihe unterschiedlicher Symptome auf, zu denen das Abplatzen vom Rinde, Holzfäule, Pilzbefall und eine höhere Anfälligkeit für holzbrütende Insekten zählen.

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