„Unna braucht Eis“ kritisiert die Machbarkeitsstudie zur Eishalle

dzEissporthalle

Mit scharfen Worten reagiert „Unna braucht Eis“ auf die am Dienstag vorgestellte Machbarkeitsstudie zur Sanierung der Halle und wiederholt in dem Kontext auch Vorwürfe gegen Werner Kolter.

Unna

, 16.11.2018, 18:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es ist augenfällig, dass die gesamte Studie scheinbar alleinig den Zweck hat, die öffentliche Meinung im Sinne der Stadt zu beeinflussen und die Rettung der Eishalle aussichtslos erscheinen zu lassen.“ Mit diesen deutlichen Worten kritisiert der Verein „Unna braucht Eis“ am frühen Freitagabend die am Dienstag vorgestellte Machbarkeitsstudie zur Sanierung der Eissporthalle. Diese war von Gutachtern mit Kosten in Höhe von rund 8,25 Millionen Euro beziffert worden.

Nachdem sie bereits am Dienstagabend in einer kurzen Mitteilung auf die Studie reagierten und deren Erkenntnisse als „nicht überraschend“ bezeichneten, führen die Vertreter von „Unna braucht Eis“ in einer Pressemitteilung vom frühen Freitagabend nun aus, was sie an der Studie konkret stört.

Die Stadt habe eine Machbarkeitsstudie vorgelegt, mit der man den Bürgern „vorzugaukeln“ versuche, dass ein Erhalt und Weiterbetrieb der Eissporthalle nur unter Aufwendung enormer Summen möglich wären, so der Verein.

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In diesem Zusammenhang greifen die Mitglieder einen Vorwurf auf, den sie Bürgermeister Werner Kolter bereits vor einer Woche gemacht hatten: „Erwartungsgemäß hat die Stadt der sinngemäßen Aussage von Herrn Bürgermeister Kolter, er werde sich entschieden gegen einen Erhalt der Eissporthalle stellen, nunmehr Taten folgen lassen und eine Machbarkeitsstudie vorgestellt, die die Kosten der Sanierung der Halle mit astronomischen 8 Millionen Euro beziffert.“

Kolter selbst hatte sich gegen diesen Vorwurf gewehrt und auch bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie am Dienstag betont, er habe dies nie so gesagt. Ebenfalls am Dienstag sagte er, dass er dieses offensichtliche Missverständnis in der Kommunikation aber nach einem Gespräch mit dem Verein als erledigt betrachte, zumal man bisher auch immer mit aller gebotenen Sachlichkeit und Fairness miteinander gesprochen habe.

Vermarktung außer Acht gelassen

„Unna braucht Eis“ sieht unterdessen an mehreren Punkten der Machbarkeitsstudie Anlass zur Kritik: So sei beispielsweise der zweite Teil des Bürgerbegehrens, für den diese Studie angefertigt werden musste, die Vermarktung der an die Eissporthalle grenzenden Flächen gewesen. Diesen Teil habe die Stadt „absprachewidrig“ bei ihren Betrachtungen außer Acht gelassen. Dabei seien hier Gewinne im unteren siebenstelligen Bereich zu erwarten, die als Gegenfinanzierung genutzt werden könnten, so der Verein.

Auch seien die zahlreichen Fördermöglichkeiten, die sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene zur Verfügung stünden, in der Studie nicht berücksichtigt worden.

Dass der Rückbau der Halle nach dem Fund von mehreren Arten gebundener Schadstoffe sehr teuer werden könnte, verschweige die Stadt geflissentlich, so der Vorwurf des Vereins.

„Es wird in Unna niemand wagen, den Unnaer Bürgern das Bürgerbegehren als Instrument der basisdemokratischen Willensbildung einfach aus der Hand zu nehmen.“
„Unna braucht Eis“

Bei aller Kritik und Unstimmigkeiten zwischen dem Verein und der Stadtverwaltung sieht der Verein aber keine Gefahr, dass die Halle vorzeitig abgerissen wird – wie von dem anderen Eishallen-Aktivisten Ernst Otto Derwald als Szenario befürchtet.

„Dieser formal-rechtlichen Möglichkeit steht das Wort des Bürgermeisters entgegen. Bei allen sachlichen Auseinandersetzungen sehen wir keinen Anhaltspunkt dafür, dass er wortbrüchig werden könnte“, so die Überzeugung des Vereins.

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Auf dem Weihnachtsmarkt wird „Unna braucht Eis“ vom 7. bis 9. Dezember mit einem Stand vertreten sein. Dort sollen auch Unterschriften für das Bürgerbegehren gesammelt werden, sofern bis dahin die finale Kostenschätzung für den Erhalt der Eissporthalle vorliegt.
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