Verkehr

Unfallgefahr an Kreuzungen: Linksabbiegen mit dem Rad will gelernt sein

Richtiges Linksabbiegen beherrschen: Das kann lebensrettend sein. Ein Blick in die Fahrrad-Unfallstatistik der Polizei zeigt, das es beim Abbiegen am häufigsten kracht.
Das Handzeichen ist wichtig, aber zum richtigen Abbiegen auf dem Rad gehören noch weitere Schritte, die man schon der eigenen Gesundheit wegen nicht vernachlässigen sollte. © Kreis Unna/Kalle

Die Verkehrsunfallstatistik der Kreispolizeibehörde Unna weist ganz klar daraufhin: „Häufigste Unfallursache bei der Gesamtzahl der Unfälle mit Radfahrern waren 2020 Vorfahrtsverstöße und Fehler beim Abbiegen“, berichtet Polizeioberkommissarin Eve Wedel. Sie ist Verkehrssicherheitsberaterin bei der Kreispolizeibehörde Unna.

Korrekt mit Fahrrad links abbiegen – was soll schon dabei sein, mag sich der eine oder andere erwachsene Radfahrer denken. Aber wie häufig sehen Sie, dass ein Radfahrer vor Ihnen den Arm ausstreckt, um den Abbiegevorgang anzukündigen? Richtig. Kommt vor, aber ist es die Regel? Und halten Sie sich auf dem Rad auch stets daran?

Und insbesondere beim Linksabbiegen ist es mit Handzeichen nicht getan. Nicht ohne Grund übt die Polizei bei der Fahrradausbildung mit Viertklässlern den Acht-Punkte-Weg ein, der so wichtig ist:

  • Umsehen (auf eventuell überholende Fahrzeuge achten)
  • Handzeichen geben
  • Zur Fahrbahnmitte hin einordnen
  • Vorfahrt achten (z. B. Rechts vor Links)
  • Gegenverkehr vorbeilassen
  • Nochmals umsehen (damit schnellere Fahrzeuge nicht noch überholen)
  • Abbiegen in weitem Bogen, damit man am rechten Fahrbahnrand ankommt
  • Auf Fußgänger achten

„Unsere Viertklässler haben diesen komplexen Vorgang schnell raus und wissen, dass es sehr wichtig ist, sich daran zu halten“, erläutert Eve Wedel. Doch sie weiß auch: Mit zunehmendem Alter und Selbstbewusstsein gerät der Ablauf in Vergessenheit.

„Das Umsehen fällt einem vielleicht im Alter schwerer, Handzeichen werden leider häufig ganz vergessen – und eine Kurve lädt manchmal dazu ein, sie zu schneiden. Dann ist das Risiko, in den Gegenverkehr zu geraten, nicht gering.“

Auch der Gehörsinn, der einen vielleicht vor von hinten kommenden Fahrzeugen warnen könnte, ist nicht sehr verlässlich: E-Fahrzeuge beispielsweise sind sehr leise.

Alternative: Indirektes Linksabbiegen

Unsichere Radfahrer sollten sich übrigens auch nicht scheuen, das sogenannte alternative Linksabbiegen anzuwenden. Hierbei passiert man die Kreuzung erst geradeaus, steigt zum Gehweg hin ab und schiebt sein Fahrrad nach links über die Fahrbahn. Das ist dann nicht der direkte, sondern der indirekte Weg. Aber der ist manchmal sicherer.

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