Nach Unfall am Afferder Weg: Anwohner kritisieren Situation am Radweg

dzVerkehrsunfall

Vor anderthalb Wochen wurde ein 17-jähriger Radfahrer am Afferder Weg schwer verletzt, als er kurz hinter den Bahngleisen mit einem Auto kollidierte. Jetzt sagen Anwohner: Das kommt nicht von ungefähr.

Unna

, 23.07.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Autos, Züge und Radfahrer: Sie alle treffen im Bereich des Afferder Weges zwischen der Straße „In der Külve“ und dem Kreisverkehr am Schwarzen Weg aufeinander. Das geht nicht immer glatt: Vor knapp anderthalb Wochen wurde ein 17-jähriger Radfahrer von einem Auto erfasst, als er den Afferder Weg queren wollte. Dass es zu solchen Unfällen an dieser Stele kommt, verwundert die Anwohner in dem Bereich nicht.

„Die Situation ist völlig unübersichtlich“, schildert uns ein Leser seine Eindrücke, „dass dort nicht schon Schlimmeres passiert ist, ist eigentlich ein Wunder.“ Tatsächlich ist die Situation komplex: Während der Autoverkehr auf dem Afferder Weg in Nord-Süd-Richtung unterwegs ist, kreuzen sowohl Bahngleise als auch ein Radweg die Straße in West-Ost-Richtung.

Das birgt durchaus Gefahren, zumal die Bahngleise in Richtung Norden zu dem parallel verlaufenden Radweg mit einer Hecke abgegrenzt sind. „Die ist viel zu hoch, da kann man als Autofahrer überhaupt nicht sehen, ob dahinter gerade ein Radfahrer von Osten kommt“, beklagt sich der Leser. Tatsächlich sieht man weder als Auto- noch als Radfahrer, ob jemand hinter der Hecke auftachen könnte. Erst auf Höhe des Heckenendes ist die Sicht frei - im Zweifelsfall zu spät.

Nach Unfall am Afferder Weg: Anwohner kritisieren Situation am Radweg

Blindflug: Ob hier von links ein Auto kommt, lässt sich eindeutig nur erkennen, wenn man vom Rad heruntersteigt und es an den Fahrbahnrand schiebt. Die Hecke neben den Bahngleisen lässt vorher keinen Blick zu. © Anna Gemünd

Eine weitere Anwohnerin bestätigt diesen Eindruck. Sie erlebe täglich, wie Autofahrer, vor allem Auswärtige, richtig „in die Eisen“ gehen müssten, weil hinter der Hecke plötzlich ein Radfahrer auftauche. „Damit rechnet einfach keiner, der die Strecke nicht kennt, dass direkt hinter dem Bahnübergang ein Radweg kreuzt“, sagt sie. Zumal die meisten Autofahrer, sobald sie den Bahnübergang überquert hätten, beschleunigten - und damit genau in dem Bereich, wo der Radweg kreuzt, schneller würden.

Nach Unfall am Afferder Weg: Anwohner kritisieren Situation am Radweg

„Bitte beachten Sie den Fahrzeugverkehr“ - Mit diesem Hinweis ist eigentlich alles gesagt. Wie wichtig es ist, dies zu tun, zeigt das Foto: Das Auto fährt unmittelbar hinter der Hecke über den Afferder Weg. Ein Radfahrer, der hier nicht stehenbleibt, gefährdet sich massiv. © Anna Gemünd

Ein Stopp-Schild auf dem Radweg, das den Radfahrern eindeutig klar macht, dass sie hier halten sollen oder ein Stutzen der Hecke - diese Vorschläge machen die Anwohner zur Verbesserung der Situation. Doch die Besitzverhältnisse machen es kompliziert: Der Afferder Weg gehört dem Kreis, der Radweg der Stadt Unna - und die Hecke der Deutschen Bahn.

„Die Situation ist verkehrstechnisch eindeutig: Der Afferder Weg hat hier Vorrang“, sagt Kreispressesprecher Max Rolke auf Anfrage. Radfahrer müssten also vor dem Kreuzen der Straße auf den Verkehr achten. Dies bestätigt auch Stadtsprecher Christoph Ueberfeld. Er appeliert: „Die Radfahrer sollten mit der größtmöglichsten Vorsicht an diese Kreuzung heranfahren, damit sich solche Unfälle nicht wiederholen.“

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