Umweltschützer sind alarmiert: Zug mit Atommüll soll durch Unna gerollt sein

dzAtommüll

Es fahren wieder Züge mit Atommüll durch Nordrhein-Westfalen, zuletzt zwölf Waggons mit Uranmüll in der Nacht zu Dienstag. Unna liegt offenbar auf der Strecke. Umweltschützer sind alarmiert.

Unna, Holzwickede

, 19.11.2019, 16:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von der Urananreicherungsanlage in Gronau im Münsterland aus wird radioaktives Material nach Russland transportiert. Nachdem es einige Jahre keinen dieser Transporte gegeben hatte, rollen die Atomzüge inzwischen wieder, und das mit einer gewissen Regelmäßigkeit. Einer soll in der Nacht durch Unna gefahren sein.

Zug stand in der Nacht in Hamm

Der Zug startete am Montag in Gronau und fuhr von dort nach Hamm. Im Münsterland blockierten Atomkraftgegner die Gleise, indem sie sich von oben herab abseilten. Im Güterbahnhof Hamm hatte der Zug dann in der Nacht einen längeren Aufenthalt. Nach Angaben des Aktionsbündnisses „Münsterland gegen Atomanlagen“ müssen solche Züge den ersten Teil ihres Weges mit einer Diesellock bewältigen. In Hamm werde dann eine elektrische Lok vor die Waggons gehängt.

Aktionsbnündnis: Transport über Unna nach Hagen

Um 5 Uhr am Dienstagmorgen rollten die Waggons laut dem Aktionsbündnis dann von Hamm aus los in Richtung Hagen. Das Ziel des Transports waren die Niederlande. Der Uranmüll wird per Schiff nach Russland transportiert. Das Aktionsbündnis geht davon aus, dass der Zug die Strecke über Bönen, Unna und Holzwickede nach Hagen genommen hat. Von der Polizei in Münster, die für die Sicherung dieses Transportes verantwortlich ist, wurde dieser Streckenverlauf gegenüber unserer Redaktion nicht offiziell bestätigt. Die Atomkraftgegner gelten aber als sehr gut informiert.

Die Kreispolizeibehörde Unna bestätigte unserer Redaktion, dass sie offiziell über den Transport durch das Kreisgebiet informiert worden sei. Die Pressestelle der Deutschen Bahn wiederum erklärte, sie dürfe über solche Transporte auf ihren Gleisen keine Auskunft geben. Die Bahn selbst ist hier nicht das Transportunternehmen, eine ehemalige Tochter der Bahn fährt das Material.

Neunter Uranmüll-Zug von Gronau seit Mai

Nach Angaben der Atomkraftgegner im Münsterland hatte es zehn Jahre lang keinen dieser Transporte gegeben. Im Mai dieses Jahres sei wieder der erste Zug gefahren. Der jüngste Transport mit zwölf Waggons sei der neunte seit Mai gewesen, sagte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis „Münsterland gegen Atomanlagen“. Es gebe zwei mögliche Strecken durch die Region, die über Hamm, Unna und Hagen sei die beliebtere.

Atommüll wird in Russland entsorgt

Transportiert wird nach Erkenntnissen der Atomkraftgegner Uranhexafluorid in Stahldruckbehältern. Es ist schwach radioaktiv und gilt als stark giftig, sollte es freigesetzt werden. Atomkraftgegner kritisieren, dass dieses Material in Russland quasi entsorgt werde.

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