Umweltberatung Unna spürt Auswirkungen von „Fridays for Future“

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Das Thema Klimaschutz ist für die Umweltberatung in Unna nicht neu. Das Interesse daran aber wird immer größer – ganz offenbar ausgelöst durch die „Fridays for Future“-Demonstrationen.

Unna

, 17.07.2019, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie redet nicht um den heißen Brei herum. „Fridays for Future kommt hier auch an, ganz klar“, sagt Uta Wippermann-Wegener, seit April neue Leiterin der Umweltberatungsstelle Unna. Die Expertin der Verbraucherzentrale NRW freut sich darüber, dass Jugendliche das Thema Klimaschutz so sehr in den Fokus gerückt haben.

Zwar tut sich Unna noch schwer mit dem Ausrufen des Klimanotstandes, doch für die Bürger ist das Thema Klimaschutz wichtig. Das machten Wippermann-Wegener und ihre Kollegin Martina Bahde auch in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses deutlich.

Umweltberatung Unna spürt Auswirkungen von „Fridays for Future“

Karin Baumann (l.) hat die Umweltberatung Unna zum 1. Januar 2019 verlassen. Zum 1. April war das Team mit Uta Wippermann-Wegener und Martina Bahde (r.) wieder komplett. © Borys Sarad

Umweltberatungsstelle

Grüner Punkt auf der Landkarte

  • Die Umweltberatungsstelle in Unna beichnet Uta Wippermann-Wegener als „grünen Punkt auf der Landkarte“. Hintergrund ist, dass diese Stelle der Verbraucherzentrale nicht die vollumfängliche Beratung in allen Themen anbietet.
  • Die großen Anlaufstellen mit Komplettangebot sind die in Kamen, Lünen und Schwerte. Dorthin verweisen die Mitarbeiterinnen, wenn Anfragen kommen die in Unna nicht bearbeitet werden können. 2018 waren das 39 Prozent aller Kontakte.
  • In Unna gibt es aber ein umfangreiches Angebot an Broschüren und Büchern zu fast allen Verbraucherthemen. Einige sind kostenfrei, andere müssen bezahlt werden.

Dort stellte die Umweltberatungsstelle ihren Jahresbericht für 2018 vor. „Der kommt leider immer erst sehr spät“, würde Wippermann-Wegener die Zahlen aus Unna gerne früher vorlegen. Doch weil es einen gesammelten Bericht für alle Anlaufstellen der Verbraucherzentrale NRW im Kreis Unna gibt, muss sie damit warten.

Die Zahlen, die die Umweltberatungsstelle vorlegte, sind allerdings beeindruckend. Obwohl die Stelle aktuell nur mit 0,7 Stellen besetzt ist, suchten 1574 Menschen aktiv Rat. Hinzu kommen 2631 Kontakte, die bei Veranstaltungen zustande kamen. „Wann immer etwas in Unna los ist, sind wir dabei“, sagt Wippermann-Wegener.

Sommerpause

Vom 22. Juli bis zum 2. August geschlossen

Das Umweltberatungszentrum an der Ostseite des Unnaer Rathauses macht in der Zeit von Montag, 22. Juli, bis einschließlich Freitag, 2. August, Sommerpause.
Ab Montag, 5. August, finden wieder die gewohnten Sprechzeiten statt:
  • Montag: 8.30 bis 12.30 Uhr Kundenberatung, Stadtbetriebe Unna
  • Dienstag: 9.30 bis 13.30 Uhr Umweltberatung, Verbraucherzentrale
  • Mittwoch: 8.30 bis 12.30 Uhr Gartenberatung, Umweltamt
  • Donnerstag: 14 bis 18 Uhr Umweltberatung, Verbraucherzentrale
  • Freitag: 9.30 - 13.30 Uhr Umweltberatung Verbraucherzentrale

Die Zahl der Klicks auf der Internetseite ist mit 1249 noch vergleichbar gering. Offensichtlich schätzen die Menschen in Unna den persönlichen Kontakt mit den beiden Frauen.

Der größte Anteil der Fragen (22 Prozent) befasste sich schon im vergangenen Jahr mit dem Thema Klimaschutz/Mobilität. „Unna ist eine Radfahrerstadt. Das habe ich schnell gelernt“, berichtet die Leiterin der Beratungsstelle. Und nicht nur das: Die in Dortmund lebende Frau legt die Strecken nach Unna auch selbst zum Teil mit dem Fahrrad zurück. „Ich muss ja auch selbst authentisch sein.“

Kooperation mit dem ADFC

In der Beratungsstelle hat auch der ADFC Kreis Unna einen Anlaufpunkt. Diese Tatsache lockt natürlich ebenso ins Rathaus. Die Umweltberatungsstelle bringt sich aber auch selbst, etwa beim Drahteselmarkt, beim Thema Mobilität ein.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist das Thema Abfall mit all seinen Facetten. Vom richtigen Sortieren über die Diskussion zu Plastikmüll bis hin zu Möglichkeiten, Müll zu vermeiden, reicht die Palette. „Viele Menschen kommen mit solchen Fragen, aber wir sind da natürlich auch selbst sehr aktiv“, berichtet Wippermann-Wegener.

Umweltberatung Unna spürt Auswirkungen von „Fridays for Future“

Die Ausstellung „Wilder Müll“ in der Bürgerhalle des Rathauses Unna sorgte im März 2018 für viel Aufmerksamkeit. © Marcel Drawe

Im März 2018 gab es beispielsweise eine Ausstellung mit dem Thema „Wilder Müll“ in der Bürgerhalle des Rathauses. Illegale Müllabladungen sind auch in Unna ein Problem. Sie verschandeln nicht nur das Landschaftsbild, es können auch Schadstoffe in die Umwelt gelangen.

Noch mehr Präsenz an den Schulen

Im Rahmen der Rezertifizierung der Stadt Unna als „Fairtrade Town“ machte die Umweltberatungsstelle an der Peter-Weiss-Gesamtschule mit einer interaktiven Ausstellung auf die Bedeutung von Elektroschrott aufmerksam. „Die Schülerinnen und Schüler konnten sehen, wo in ihrem Handy Gold verwendet wird“, erinnert sich Wippermann-Wegener. Auf diese Art werde ihnen die Wertigkeit des Elektroschrottes deutlich.

„An den Schulen wollen wir in diesem Jahr noch präsenter sein“, kündigt sie an. In der Vergangenheit hätten dazu teilweise die Kapazitäten gefehlt. Ihr sei das allerdings eine Herzensangelegenheit, sagt Wippermann-Wegener.

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