Parkanlage statt Parkplätze: Grüne fordern neues Konzept für den Platz an der Schulstraße

dz

Vor zwei Jahren trieb der Parkplatz an der Schulstraße die Politik um: Sollte die Fläche ein Parkplatz bleiben, ein Park werden oder Platz für Sozialwohnungen bieten? Seitdem ist es still geworden um den Parkplatz- bis jetzt.

Unna

, 13.08.2019 / Lesedauer: 3 min

Weniger Flächen versiegeln und mehr Grünflächen entwickeln - das scheint in Zeiten der „Fridays for future“-Bewegung und anhaltender Hitzeperioden eine gute Idee. Bereits 2012 beschloss der Unnaer Rat ein Strategiekonzept „Klimawandel“, das unter anderem genau diese Maßnahmen empfahl. Jetzt greifen Unnas Grüne darauf zurück - und haben dabei den Parkplatz an der Schulstraße im Blick.

Jetzt lesen

Ein Park zum Verweilen und Spielen für alle Generationen - das wünschen sich die Grünen anstelle des Parkplatzes und haben einen entsprechenden Antrag an den Rat der Stadt Unna gestellt. „Aus unserer Sicht ist für die Innenstadt eine hohe Aufenthaltsqualität deutlich wichtiger als das Vorhalten von

Parkplätzen an dieser Stelle“, schreiben sie in ihrem Antrag.

„Aus unserer Sicht ist für die Innenstadt eine hohe Aufenthaltsqualität deutlich wichtiger als das Vorhalten von Parkplätzen an dieser Stelle.“
Charlotte Kunert, Fraktionsvorsitzende der Grünen in Unna

Ganz neu ist der Vorschlag nicht: Im Sommer vor zwei Jahren stand bereits eine grüne Freifläche als Alternative zum Parkplatz im Raum, ebenfalls vorgeschlagen von den Grünen. Auch ein Festhalten am Parkplatz oder die Bebauung mit sozialem Wohnraum standen damals zur Diskussion. Passiert ist seitdem - nichts.

Wie Stadtsprecher Christoph Ueberfeld auf Anfrage unserer Redaktion sagt, gibt es aktuell keinen neuen Stand zur Entwicklung des Schulstraßen-Parkplatzes.

Kein neuer Stand seit Herbst 2017

Der aktuelle Stand entspricht damit dem aus dem Herbst 2017: Damals hatte es vier Anträge zur Zukunft des Parkplatzes gegeben. Im Juli 2017 stellte die CDU-Fraktion den Antrag, zur Überplanung des Parkplatzes einen Architektenwettbewerb auszuloben, um hochwertigen Wohnraum zu schaffen. Im Mai 2017 lag bereits ein Antrag der FLU-Fraktion vor, den Parkplatz zusammen mit dem angrenzenden Grundstück an der Massener Straße als gemeinsames Areal zu betrachten und daher Gespräche mit dem Eigentümer des Grundstückes an der Massener Straße 13 aufzunehmen.

Sozialer Wohnungsbau oder Freiluftschneise?

Einem SPD-Antrag aus dem Frühjahr 2017 war die Verwaltung bereits gefolgt, indem sie die Parkplatznutzung dokumentierte und Möglichkeiten sowie Grenzen der Bebauung darstellte. Die Linken formulierten in ihrem Antrag aus dem April 2017 den Wunsch, das Gelände an der Schulstraße als Standort für den Sozialen Wohnungsbau zu entwickeln. Und die Grünen fordern eine „Freiluftschneise“ inmitten der dichten Bebauung und wollen die Fläche erhalten.

Seit Juli 2017 zieren zudem Protestfähnchen die auf dem Parkplatz stehenden großen Bäume, die für eine Bebauung weichen müssten. Zuletzt stand das Thema am 13. September 2017 auf der Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses. Die dort vorgebrachten Anträge wurden allerdings zurückgestellt. Die Ausschussmitglieder waren sich damals einig, dass zunächst eine grundsätzliche Entscheidung zur zukünftigen Bebauung an der Schulstraße erfolgen sollte, bevor Anträge behandelt werden.

Finanzierung über Förderprogramm vom Bund

Eine grundsätzliche Entscheidung gibt es nach wie vor nicht, dafür nun aber mit dem Vorschlag der Grünen einen weiteren Antrag. Für die Finanzierung des Umbaus formulieren sie eine Idee: Durch eine Bewerbung beim Programm „Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“ vom Bundesumweltministerium könne man bis zu 300.000 Euro für die Umwandlung des Parkplatzes in einen „Mehrgenerationenpark“ erhalten. Da dieses Förderprogramm jedoch eine Beantragungsfrist bis zum 31. Oktober hat, fordern die Grünen eine direkte Beratung ihres Antrags als dringliche Entscheidung. Üblicherweise muss ein Antrag zunächst im Haupt- und Finanzausschuss vorberaten werden, bevor es im zuständigen Fachausschuss zur Entscheidung kommt. Der nächste Hauptausschuss tagt am 12. September, der darauf folgende Stadtentwicklungsausschuss, der in diesem Fall als Fachausschuss zuständig ist, am 9. Oktober.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Jugendfeuerwehr Unna

Der neue Imagefilm der Jugendfeuerwehr Unna: Ehrenamt ist auch etwas für junge Menschen

Hellweger Anzeiger Evangelische Stadtkirche

Schutz vor dem Wasser: Der gemauerte Turm der Stadtkirche ist künftig 35 Zentimeter höher

Hellweger Anzeiger Wegen Drogen vor Gericht

14 Cannabispflanzen unterm Bett im Kinderzimmer - „zu wissenschaftlichen Zwecken“

Meistgelesen